Der Fall Fabian bewegt ganz Deutschland – und jetzt wird es richtig spannend. Fünf Monate nach dem Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow will die Rostocker Staatsanwaltschaft am Montag einen aktuellen Sachstand mitteilen. Eigentlich hätte das Statement schon am Freitag kommen sollen. Doch die Erklärung wurde kurzfristig verschoben. Was das für die mögliche Anklage im Mordfall bedeutet und warum so viele Fragen noch ungeklärt sind, erfährst du hier.
Warum die Staatsanwaltschaft den Termin verschoben hat
Seit Wochen hatte die Staatsanwaltschaft angekündigt, dass die Ermittlungen Anfang März abgeschlossen werden sollen – zuletzt war konkret von Donnerstag oder Freitag die Rede. Doch die Erklärung verschob sich erneut. Am Freitag teilte Oberstaatsanwalt Harald Nowack mit, dass man stattdessen am Montag zum Wochenstart eine Pressemitteilung herausgeben wolle.
Was genau am Montag verkündet wird, dazu hielt sich die Behörde bislang komplett bedeckt. Ob der Abschluss der Ermittlungen auch eine Anklageerhebung nach sich zieht, ließ Nowack bewusst offen und betonte lediglich, er spreche zunächst nur vom Ende der Ermittlungen.
Wird im Fall Fabian Anklage erhoben?
Genau das ist die zentrale Frage, die sich gerade wohl Millionen Menschen stellen. Laut Informationen von t-online soll die geplante Anklage auf Mord lauten – der Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte das allerdings nicht offiziell. Es gibt also durchaus Berichte, die in diese Richtung deuten. Gleichzeitig schlagen aber auch andere Töne an.
Oberstaatsanwalt Nowack erklärte gegenüber Tag24, dass die Staatsanwaltschaft mit dem Ermittlungsabschluss eine letzte Mitteilung abgeben werde. Entweder sei das Verfahren dann beendet oder es gehe zum Landgericht über – falls es eine Anklage geben sollte. Noch im Januar war von einer wahrscheinlichen Mordanklage die Rede gewesen, doch davon spricht aktuell niemand mehr explizit.
Was bisher über den Mordfall bekannt ist
Hier die wichtigsten Fakten im Überblick:
- Fabian galt seit dem 10. Oktober 2025 als vermisst. Seine Mutter hatte ihn krank zu Hause gelassen, als sie zur Arbeit ging. Bei ihrer Rückkehr am Nachmittag war der Junge verschwunden.
- Am 14. Oktober fanden Einsatzkräfte die Leiche des Jungen in einem Waldstück bei Klein Upahl, rund 15 Kilometer südlich von Güstrow.
- Die Obduktion ergab, dass Fabian bereits am Tag seines Verschwindens getötet wurde. Zudem hatten die Täter offenbar versucht, den Leichnam in Brand zu setzen, um Spuren zu verwischen.
- Am 6. November 2025 wurde ein Haftbefehl wegen dringenden Mordverdachts gegen eine Frau vollstreckt, die im Verdacht steht, den Jungen am Tag seines Verschwindens getötet zu haben.
- Berichten zufolge handelt es sich bei der Beschuldigten um die Ex-Freundin von Fabians Vater.
Wichtig: Für die Verdächtige gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil weiterhin die Unschuldsvermutung.
Rund 1.000 Spuren – und noch immer keine Tatwaffe
Die Ermittlungen im Fall des getöteten Fabian waren enorm aufwendig. Das Ausmaß der Untersuchungen bezeichneten die Ermittler selbst als erheblich – Staatsanwalt Nowack sprach von fast 1.000 Spuren, die ausgewertet werden mussten.
Trotz dieses gigantischen Aufwands bleiben zentrale Puzzleteile bis heute offen. Die Ermittler wissen zwar, wie Fabian getötet wurde, und gehen davon aus, dass eine Tatwaffe existieren muss. Doch genau diese Tatwaffe fehlt bis heute – mehrere Durchsuchungen blieben ergebnislos. Das ist ein echtes Problem, denn ohne diesen Beweis wird ein Prozess für die Staatsanwaltschaft deutlich schwieriger.
Vieles deutet deshalb auf einen reinen Indizienprozess hin. Die Beschuldigte hat die Vorwürfe bislang nicht eingeräumt – laut einem Kriminalistik-Experten ist ein Geständnis aber auch nicht zwingend notwendig für eine Verurteilung.
Zeugenaussagen belasten die Verdächtige schwer
Neben den kriminaltechnischen Spuren gibt es auch Zeugenaussagen, die laut t-online brisant sein könnten. Demnach sollen sich zwei Männer bei der Polizei gemeldet und angegeben haben, von der Verdächtigen bereits vor dem offiziellen Fund am 14. Oktober zur Leiche geführt worden zu sein.
Die Beschuldigte hatte später angegeben, die Leiche am 14. Oktober bei einem Spaziergang zufällig entdeckt zu haben. In einem Interview vor ihrer Festnahme bestritt sie jede Verbindung zur Tat.
Die Familie hofft auf Gerechtigkeit
Für Fabians Mutter ist die Situation nach wie vor extrem belastend. Ihre Anwältin Christine Habetha erklärte, ihre Mandantin verfolge die Ermittlungen mit großer Betroffenheit und sei erleichtert, dass der Abschluss bevorstehe. Sie hoffe auf eine lebenslange Verurteilung wegen Mordes.
In Güstrow selbst wird der Fall überall diskutiert – ob in sozialen Netzwerken, auf der Straße oder in Schulen. Viele können kaum fassen, was geschehen ist. Gleichzeitig kämpfen die Angehörigen mit hasserfüllten Kommentaren im Netz.
Zeitdruck bei den Ermittlern: Sechsmonatsfrist läuft
Ein weiterer wichtiger Faktor: Die Uhr tickt. Staatsanwalt Nowack machte bereits deutlich, dass die sogenannte Sechsmonatsfrist im Mai abläuft und bis dahin die Hauptverhandlung begonnen haben muss. Da die Festnahme Anfang November 2025 erfolgte, bleibt nicht mehr viel Zeit. Ohne fristgerechte Anklage und Verhandlungsbeginn müsste die Verdächtige unter Umständen aus der Untersuchungshaft entlassen werden.
Die Beweislage konzentriere sich weiterhin auf die inhaftierte Frau – man habe weitere Ergebnisse zusammengetragen, bestätigte Nowack.
Was am Montag passieren könnte
Mehrere Szenarien sind denkbar: Entweder gibt die Staatsanwaltschaft am Montag bekannt, dass Anklage wegen Mordes erhoben wird – oder das Verfahren nimmt eine unerwartete Wendung. Ob die Staatsanwaltschaft tatsächlich Anklage gegen die Verdächtige erhebt, wird sich erst in den nächsten Tagen zeigen.
Eines steht fest: Der Fall Fabian hat das ganze Land bewegt. Bundesweit sorgte die Tat für Schlagzeilen. Am Montag könnte endlich Klarheit kommen – oder zumindest ein großer Schritt in Richtung Aufklärung. Wir bleiben für dich dran und berichten, sobald die Staatsanwaltschaft ihr Statement veröffentlicht.

