Das Astronomie-Jahr 2026 hat es richtig in sich. Egal ob du schon länger fasziniert nach oben schaust oder dich gerade erst für den Nachthimmel begeisterst – die kommenden Monate liefern Himmelsereignisse, die du so schnell nicht wieder erleben wirst. Wir reden hier von einer Sonnenfinsternis über Europa, gleich zwei Kometen und jeder Menge Sternschnuppen. Hier kommt dein kompletter Überblick, was wann am Himmel passiert.
Totale Mondfinsternis am 3. März – der Blood Moon
Die einzige totale Mondfinsternis des Jahres 2026 fand heute Mittag statt: Der Mond wanderte komplett durch den Kernschatten der Erde und erschien dabei leuchtend rot – der sogenannte „Blutmond“. Hierzulande war das Spektakel leider nicht zu sehen, da sich der Mond zur Finsterniszeit über Mitteleuropa unter dem Horizont befand. Auf eine von Deutschland aus sichtbare totale Mondfinsternis müssen sich Astronomie-Fans nun bis zum 31. Dezember 2028 gedulden.
Venus trifft Saturn – Planetenbegegnung am 8. März
Am Abend des 8. März zieht die strahlend helle Venus (mag -3,9) nah an Saturn (mag 1,0) im Sternbild Fische vorbei. Um sie zu sehen, schau etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang tief über dem westlichen Horizont. Beide Planeten kannst du mit bloßem Auge erkennen – ein Fernglas macht den Anblick aber noch beeindruckender.
Frühlingsanfang am 20. März und die dünnste Mondsichel
Die Tagundnachtgleiche im März markiert den kalendarischen Frühlingsbeginn auf der Nordhalbkugel und findet 2026 am 20. März um 15:46 Uhr MEZ statt.
Kurz davor gibt es noch ein besonderes Detail für alle, die gern genau hinschauen: Am Abend des 19. März erscheint der Mond als hauchdünne Sichel. Zwischen 19:00 und 19:28 Uhr wird er sich tief über dem Westhorizont präsentieren. Der sichtbare Teil wird so schmal sein, dass er möglicherweise einen Rekord bricht. Ohne Fernglas oder Teleskop wird dieses faszinierende Schauspiel allerdings schwierig zu erkennen sein.
Mond bedeckt Regulus am 29. März
Am 29. März zieht der zu 89 % beleuchtete Mond extrem nah am blau-weißen Stern Regulus vorbei – der Abstand beträgt nur 0°18′. Im Sternbild Löwe lässt sich das mit bloßem Auge oder Fernglas beobachten. Außerdem wird eine Mondbedeckung von Regulus aus Teilen von Asien, Afrika und Europa sichtbar sein.
Komet MAPS: Wird er heller als die Venus?
Eine der spannendsten Geschichten 2026 spielt sich gerade ab. Der Komet C/2026 A1 (MAPS) wurde am 13. Januar 2026 von Amateurastronomen in Chile entdeckt – und sorgt seitdem für ordentlich Aufregung.
C/2026 A1 (MAPS) wird am 4.–5. April extrem nah an der Sonne vorbeifliegen. Optimistische Schätzungen besagen, dass der Komet dabei so hell wie die Venus werden könnte. Noch spekulativere Prognosen gehen sogar davon aus, dass er am Taghimmel sichtbar werden könnte – das wäre allerdings äußerst ungewöhnlich und bleibt unsicher.
Der Haken: Sonnenstreifer sind berüchtigt unberechenbar. Die extreme Sonnennähe könnte dazu führen, dass der Komet auseinanderbricht, bevor er seine maximale Helligkeit erreicht. Es bleibt also richtig spannend. In den meisten Szenarien wird MAPS Ende März bis Anfang April ein enges, aber potenziell spektakuläres Beobachtungsfenster bieten.
Lyriden im April – die ersten Sternschnuppen des Frühlings
Alljährlich im April erscheinen die Lyriden am Himmel, deren Ursprung der Komet Thatcher ist. Ihr Radiant liegt im Sternbild Leier. Es ist der Meteorstrom, über den die frühesten Beobachtungen vorliegen – bereits im Jahr 687 v. Chr. wurden die ersten Aufzeichnungen gemacht.
Besonders am 22. April 2026 lohnt sich ein Blick nach oben, wenn die Sternschnuppen ihr Maximum erreichen und nicht viel Mondlicht in die Quere kommt. Bei diesem Himmelsereignis ist allerdings etwas Geduld gefragt – die Lyriden im Frühjahr sorgen nicht für ganz so viele Sternschnuppen wie die Perseiden.
Das absolute Highlight: Sonnenfinsternis am 12. August
Hier wird es richtig groß. Das wohl größte Highlight für Astronomie-Fans in diesem Jahr findet am Abend des 12. August statt – die größte Sonnenfinsternis seit 1999. Auf Island, im nördlichen Teil Spaniens und auf Mallorca wird sogar eine totale Sonnenfinsternis beobachtbar sein.
Was bedeutet das für Deutschland? Die Finsternis ist im deutschsprachigen Raum als tiefe partielle Sonnenfinsternis bis zum Sonnenuntergang sichtbar. Die größte Verfinsterung wird im Südwesten erreicht – in Leuk im Schweizer Kanton Wallis mit maximal 92 % Bedeckung, die geringste im Nordosten auf Rügen mit 84 %.
Laut Wikipedia ist das die erste totale Sonnenfinsternis für Spanien seit 1905 – ein echtes Jahrhundertereignis also.
Und es kommt noch besser: In der Nacht vom 12. auf den 13. August – unmittelbar nach der Sonnenfinsternis – erreichen die Perseiden ihren Höhepunkt. Da die Finsternis bei Neumond stattfindet, ist der Himmel danach extrem dunkel – perfekte Bedingungen für Sternschnuppen.
Blue Moon und Supermond – weitere Highlights im Überblick
Neben den großen Events gibt es noch ein paar weitere Termine, die du dir merken solltest:
- 31. Mai: Blue Moon – der zweite Vollmond innerhalb eines Monats. Insgesamt gibt es 2026 dreizehn Vollmonde. Der Mond steht zu diesem Zeitpunkt besonders weit weg von der Erde und wirkt kleiner als sonst – es ist sogar der kleinste Vollmond des gesamten Jahres 2026 und wird als „Mikromond“ bezeichnet.
- 28. August: Eine partielle, fast totale Mondfinsternis, bei der der Mond bis zu 96 Prozent in den Kernschatten der Erde eintritt – hierzulande in den frühen Morgenstunden sichtbar.
- 24. Dezember: Der einzige Supermond des Jahres 2026 fällt auf Heiligabend. An diesem Tag erscheint der Mond besonders groß, denn er ist nur 356.740 Kilometer von der Erde entfernt. Schöneres Weihnachtsgeschenk gibt’s kaum.
So holst du das meiste raus
Ein paar Tipps, damit dein Himmels-Erlebnis richtig gut wird:
- Dunklen Standort suchen: Raus aus der Stadt, weg von Straßenlaternen. Je weniger Lichtverschmutzung, desto besser.
- Wetter checken: Wolken sind der größte Feind. Schau vorher die Vorhersage an und sei flexibel beim Standort.
- Fernglas einpacken: Für Kometen und feinere Details am Mond ist ein Fernglas Gold wert.
- Sonnenfinsternis nur mit Schutzbrille! Niemals direkt in die Sonne schauen – zertifizierte Finsternisbrillen (ISO 12312-2) sind Pflicht.
- Geduld mitbringen: Augen brauchen etwa 20 Minuten, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen.
Wie die NASA bestätigt, ist 2026 ein außergewöhnlich ereignisreiches Jahr für Himmelsbeobachter. Also: Termine eintragen, Fernglas bereitlegen – und Kopf hoch!

