Sechs Planeten gleichzeitig am Himmel – klingt nach Science-Fiction, ist aber gerade Realität. Am Abend des 28. Februar 2026 bietet der Himmel ein seltenes und faszinierendes Schauspiel: eine Planetenparade, bei der sechs Planeten gleichzeitig am Himmel sichtbar sind. Merkur, Venus, Saturn, Jupiter, Uranus und Neptun reihen sich kurz nach Sonnenuntergang wie an einer unsichtbaren Perlenkette auf. Ein Himmelsphänomen, das du dir auf keinen Fall entgehen lassen solltest.
Was genau ist eine Planetenparade?
Als Planetenparade wird eine Konstellation bezeichnet, bei der gleichzeitig drei, vier oder fünf der freiäugig sichtbaren Planeten recht nahe beieinander in einer Reihe am Himmel zu sehen sind. Im aktuellen Fall sind es sogar sechs Stück – und genau das macht die Sache so besonders.
Mini-Konstellationen mit drei Planeten treten etwa jährlich auf, kleine mit vier Planeten alle paar Jahre. Eine große Konstellation mit fünf bis sechs Planeten erscheint hingegen ungefähr einmal pro Jahrzehnt. Du siehst gerade also etwas wirklich Seltenes.
Wichtig: Die Planetenparade steht dabei nicht wirklich in einer geraden Linie im Weltraum, sondern erscheinen nur von der Erde aus betrachtet nahe beieinander. Es ist ein optischer Effekt entlang der sogenannten Ekliptik – der Ebene, auf der die Planeten die Sonne umkreisen.
Welche Planeten kannst du sehen?
Nicht alle sechs Planeten der Parade sind gleich leicht zu entdecken. Hier die Übersicht:
Mit bloßem Auge sichtbar:
- Jupiter – der absolute Star der Show. Jupiter ist zwar schon etwas über seinen Höhepunkt hinaus, aber immer noch der am einfachsten zu sehende Planet am Nachthimmel und mit Abstand der hellste in der Planetenparade.
- Venus – Venus ist kaum zu übersehen. Mit einer Helligkeit von Magnitude −3,9 im Sternbild Wassermann dominiert sie den westlichen Himmel. Allerdings steht sie ziemlich tief.
- Saturn – sichtbar im Westen, aber schon recht horizontnah.
- Merkur – der kniffligste Kandidat fürs bloße Auge. Merkur nähert sich dem Ende seiner Abendsichtbarkeit und steht sehr tief über dem westlichen Horizont im Sternbild Fische. Er geht schnell unter und ist wahrscheinlich weniger als eine Stunde sichtbar.
Nur mit Fernglas oder Teleskop:
- Uranus – Im Februar 2026 steht Uranus unterhalb des Sternhaufens Plejaden im Sternbild Stier. Mit einem Fernglas findest du ihn relativ gut.
- Neptun – Neptun steht nach Sonnenuntergang bereits so nahe über dem Horizont, dass er in der Abenddämmerung auch mit größeren Fernrohren nur schwer auszumachen ist.
Wann und wo beobachtest du die Planetenparade am besten?
Timing ist alles. Dieses Ereignis ist von Mitteleuropa aus am besten etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang im Westen und Südwesten zu verfolgen. In Deutschland bedeutet das: Ab ca. 18:30 Uhr den Blick nach Westen richten.
Das Sichtbarkeitsfenster erstreckt sich von Ende Februar bis in die ersten Märztage. Für Städte in Mitteleuropa wie Berlin, Zürich oder Wien wird sogar der 1. März als besonders günstiger Abend genannt.
Hier ein paar Tipps für die optimale Beobachtung:
- Freier Westhorizont – Keine Gebäude, keine Bäume, keine Hügel in Blickrichtung Westen
- Wenig Lichtverschmutzung – Raus aus der City! Ländliche Gebiete sind ideal
- Fernglas einpacken – Für Uranus reicht ein einfaches Fernglas, für Neptun brauchst du schon ein Teleskop
- Klarer Himmel – Wolken sind leider der größte Feind jeder Planetenparade
- Nicht zu lange warten – Der Merkur/Venus-Teil der Aufstellung ist kurz, also versuche innerhalb der ersten Stunde nach Sonnenuntergang zu beobachten.
Bonus: Der Mond macht mit
Als wären sechs Planeten nicht genug: Der Mond, zu etwa 90 % beleuchtet, wird ebenfalls am Himmel stehen und sehr nah bei Jupiter erscheinen. Das ergibt einen besonders schönen Anblick. Jupiter und der fast volle Mond zusammen im östlichen Himmel – das allein ist schon ein Foto wert.
Ist die Planetenparade gefährlich?
Kurze Antwort: Nein. Es kursieren online immer wieder wilde Theorien über kosmische Kräfte und Erdbeben. Aber laut Astronomen ist das kompletter Unsinn. Selbst wenn mehrere Planeten auf einer Seite der Sonne stehen, ist dieses seltene Ereignis völlig harmlos. Es ist in der Geschichte schon viele Male passiert, ohne Probleme zu verursachen. Nur zwei Objekte im Sonnensystem haben einen spürbaren Einfluss auf die Gravitation der Erde: der Mond und die Sonne.
Was kommt nach der Planetenparade im Februar?
Das Jahr 2026 hat astronomisch noch einiges auf dem Zettel. Venus steigt in den kommenden Wochen immer höher am Abendhimmel auf und wird sich bis Ende März als superheller „Abendstern“ etablieren. Am 9. Juni kommt es sogar zu einer engen Begegnung von Venus und Jupiter am Abendhimmel, mit Merkur knapp darunter.
Außerdem stehen laut Star Walk weitere Planetenparaden an:
- 18. April 2026 – kleine Morgen-Aufstellung mit Saturn, Mars, Merkur und Neptun
- 12. August 2026 – große Morgen-Aufstellung mit sechs Planeten
- 14. November 2026 – kleine Morgen-Aufstellung mit Merkur, Venus, Mars und Jupiter
Und als absoluter Kracher: Am 12. August 2026 gibt es eine totale Sonnenfinsternis, die über Grönland, Island und Spanien sichtbar ist. In Deutschland kann eine partielle Sonnenfinsternis beobachtet werden, bei der die Sonne je nach Standort bis zu 90 Prozent verdeckt wird.
So nutzt du Apps für die Beobachtung
Du stehst draußen und weißt nicht genau, wo welcher Planet steht? Kein Problem. Astronomie-Apps wie Star Walk 2 oder Stellarium zeigen dir in Echtzeit, wo sich die Planeten befinden. Einfach das Handy Richtung Himmel halten und die App erledigt den Rest.
Besonders praktisch: Du kannst vorab checken, ob von deinem Standort alle Planeten über dem Horizont stehen. Denn je nach Breitengrad und lokalen Bedingungen variiert die Sichtbarkeit.
Jetzt rausgehen und staunen
Die Planetenparade Ende Februar 2026 ist ein echtes Highlight. Sechs Planeten auf einen Blick, dazu der fast volle Mond neben Jupiter – solche Abende gibt es nicht alle Tage. Laut Dr. Shyam Balaji vom King’s College London kommen Aufstellungen von sechs oder mehr Planeten nur etwa alle paar Jahrzehnte vor. Die nächste vergleichbare Sieben-Planeten-Aufstellung wird laut Astronomen erst wieder 2040 erwartet.
Also: Jacke an, Fernglas schnappen, raus in die Natur – und den Blick nach oben richten. So nah kommen dir sechs Planeten so schnell nicht wieder.

