Donnerstag, 16. April 2026

Wann kommt das Robotaxi nach Deutschland?

Gleich mehrere Robotaxi-Anbieter drängen nach München – wer kommt zuerst?

2026 wird ein ziemlich wildes Jahr für die Mobilität hierzulande. Denn gleich mehrere Unternehmen wollen Robotaxis in Deutschland an den Start bringen – und ausgerechnet München steht ganz oben auf der Liste. Was klingt wie Science-Fiction aus einem Hollywood-Film, nimmt gerade richtig konkrete Formen an. Autonome Taxis ohne Fahrer, buchbar per App, mitten in der bayerischen Landeshauptstadt. Klingt verrückt? Gucken wir uns mal an, was tatsächlich geplant ist.

Uber und Momenta: Robotaxi München wird Realität

München soll 2026 der Startpunkt für die Level-4-Tests von Uber und Momenta in Europa werden – danach könnten weitere Städte folgen. Die Partnerschaft zwischen dem US-Ridehailing-Riesen und dem chinesischen KI-Unternehmen wurde im September 2025 offiziell verkündet.

Was bedeutet Level 4 eigentlich genau? Das Fahrzeug steuert in einem festgelegten Gebiet komplett eigenständig – kein Lenkrad-Festhalten, kein nervöses Bremsen. Die Technik übernimmt. Klingt nach Zukunft, ist aber tatsächlich in Shanghai schon Alltag, denn Momenta betreibt dort bereits einen kommerziellen Robotaxi-Dienst und arbeitet mit Herstellern wie BYD zusammen.

Wichtig: Für München ist zunächst eine vorsichtigere Variante geplant – Testfahrten mit Sicherheitspersonal an Bord. Einen genauen Starttermin haben beide Firmen noch nicht genannt, klar ist nur: irgendwann 2026.

Mit seiner Ingenieurstradition, dem starken Automobil-Ökosystem und der Offenheit für Innovationen gilt München als idealer Startpunkt für autonome Mobilität in Europa. Und Momenta ist kein Unbekannter in der deutschen Autobranche: Das Unternehmen ist bereits Partner von Mercedes-Benz und BMW.

Baidu und Lyft: Noch ein Anbieter will nach Deutschland

Als wäre ein autonomes Taxi-Duo nicht genug, hat sich noch ein zweites Team warm gelaufen. Der US-Fahrdienst Lyft und der chinesische Tech-Gigant Baidu haben eine strategische Partnerschaft geschlossen, um ab 2026 ebenfalls Robotaxis auf den europäischen Markt zu bringen. Wie die Autogazette berichtet, soll das Angebot vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen zunächst in Deutschland und Großbritannien starten.

Zum Einsatz kommen dabei autonome Fahrzeuge aus Baidus Apollo-Go-Programm, das weltweit bereits mehr als elf Millionen Fahrten absolviert hat. Lyft besitzt durch seine Tochtergesellschaft Freenow eine bestehende Präsenz in über 180 deutschen Städten – das ist natürlich ein riesiger Vorteil beim Rollout.

Moia und VW: Hamburg macht auch mit

München bekommt nicht als einzige deutsche Stadt autonome Shuttles. In Hamburg läuft ebenfalls ein spannendes Projekt. Moia will voraussichtlich im Laufe des Jahres 2026 mit dem autonomen On-Demand-Ridepooling und deutlich mehr als 500 Fahrzeugen starten. Grundlage ist der vollelektrische VW ID. Buzz AD, also der Elektro-Bulli in seiner selbstfahrenden Version.

Seit Mitte 2025 wird im Rahmen des Projekts ALIKE autonomes Ridepooling in Hamburg getestet. Das Testgebiet ist rund 37 Quadratkilometer groß und erstreckt sich quer durch die Innenstadt. Zunächst ist auch in Hamburg ein Sicherheitsfahrer mit an Bord – der Regelbetrieb ohne menschliche Aufsicht soll dann gegen Ende 2026 folgen.

Das Besondere am Moia-Konzept: Fahrgäste sollen zwischen vollständig autonomen Fahrzeugen oder von Menschen gelenkten Fahrzeugen wählen können. Wer also noch etwas skeptisch ist, darf weiterhin mit menschlichem Fahrer unterwegs sein.

Mercedes-Benz steigt mit der S-Klasse ins Robotaxi-Game ein

Und dann wäre da noch eine Überraschung aus Stuttgart. Ende Januar 2026 hat Mercedes-Benz angekündigt, die Entwicklung eines Robotaxi-Ökosystems massiv zu beschleunigen. Basis dafür ist die neue S-Klasse – ja, richtig gehört, das Luxus-Flaggschiff soll zum autonomen Chauffeur werden.

Mercedes arbeitet dafür mit NVIDIA und Uber zusammen. NVIDIA liefert die KI-Plattform, Uber die Reichweite zu Millionen von Fahrgästen. Außerdem entwickelt Mercedes zusammen mit Momenta ein Level-4-System für die S-Klasse. Der Mobilitätsanbieter Lumo plant, die ersten S-Klasse-Robotaxis zunächst in Abu Dhabi auf die Straße zu bringen – noch in diesem Jahr. Europa, Asien und der Nahe Osten sollen folgen.

Was die Politik plant: Autonomes Fahren im Koalitionsvertrag

Auch politisch tut sich was. Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD steht schwarz auf weiß, dass die Regierung die Voraussetzungen schaffen will, damit autonomes Fahren in den Regelbetrieb kommt. Klingt nach einer starken Ansage. Deutschland soll zum „Leitmarkt für autonomes Fahren“ werden, wobei der Bund zusammen mit den Ländern Modellregionen entwickeln und mitfinanzieren will.

Allerdings fehlen bisher konkrete Zeitpläne und Budgets. Zwar betont der neue Koalitionsvertrag das Ziel, den Regelbetrieb zu ermöglichen – konkrete Maßnahmen gibt es bislang aber nicht. Und: Jedes einzelne Robotaxi braucht eine individuelle Betriebsgenehmigung vom Kraftfahrt-Bundesamt – kein Schnellschuss also.

Was du als Fahrgast wissen musst

Bis du tatsächlich ein Robotaxi in Deutschland per App bestellen kannst, dauert es also noch ein kleines Weilchen. Hier die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Wann: Testbetrieb voraussichtlich ab 2026 in München und Hamburg
  • Wer: Uber/Momenta, Lyft/Baidu, Moia/VW und Mercedes-Benz mit verschiedenen Partnern
  • Wie: Zunächst mit Sicherheitspersonal an Bord, vollautonomer Betrieb erst danach
  • Wo buchen: Voraussichtlich über die Apps von Uber, Freenow (Lyft) oder Moia
  • Sicherheit: Level-4-Technologie mit Kameras, Lidar und Radar – in den USA und China bereits millionenfach erprobt

Wer gewinnt das Rennen um das Robotaxi in Deutschland?

Der Wettbewerb ist eröffnet und er wird spannend. Auf der einen Seite stehen mit Uber/Momenta und Lyft/Baidu zwei Duos, die chinesische KI-Technologie nach Deutschland bringen. Auf der anderen Seite versuchen heimische Player wie VW und Mercedes-Benz, mit eigenen Konzepten und internationalen Partnerschaften dagegenzuhalten. Bisher sagen nur rund 30 Prozent der Menschen in Deutschland, dass sie in ein fahrerloses Auto einsteigen würden. Da ist also noch Überzeugungsarbeit nötig.

Fest steht: Das Robotaxi kommt nach Deutschland – und zwar früher, als die meisten denken. Laut BloombergNEF sind hochautomatisierte Fahrzeuge weltweit bereits in 103 Städten unterwegs. München und Hamburg könnten bald auf dieser Liste stehen. Und du mittendrin.

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