Am 26. August 1956 lag ein schmales Heft für 50 Pfennig an den deutschen Kiosken – mit Marilyn Monroe auf dem Cover. Die BRAVO erschien damals im Münchener Verlag Kindler und Schiermeyer und nannte sich noch bescheiden „Die Zeitschrift für Film und Fernsehen“. Aus diesem unscheinbaren Start wurde ein Phänomen, das Millionen Jugendliche über Jahrzehnte begleitet hat. Jetzt werden 70 Jahre BRAVO gefeiert – und RTL macht daraus ein großes Primetime-Event.
RTL-Doku am 17. Mai: 150 Minuten BRAVO pur
Die 150-minütige Doku „70 Jahre BRAVO – Das große Jubiläum“ wird am Sonntag, den 17. Mai zur besten Sendezeit um 20:15 Uhr ausgestrahlt. Damit setzt RTL an einem Sonntagabend voll auf Nostalgie und Popkultur. Die Produktion gilt als offizielle Doku zum runden Geburtstag der Zeitschrift und entstand mit direktem Zugang zum Archiv der Bauer Media Group.
Das bedeutet: Originalmaterial aus sieben Jahrzehnten, das teils noch nie öffentlich gezeigt wurde. RTL will die „Schatzkammern der BRAVO“ öffnen und die Entwicklung der Jugendzeitschrift von den Anfängen über die Hochphase mit Millionenauflagen in den 90er- und 00er-Jahren bis zur heutigen Situation abdecken. Anschließend soll die Doku auch auf RTL+ abrufbar sein.
Wer ist dabei? Die Stars der BRAVO-Doku
Ein großer Rückblick braucht die passenden Gesichter – und davon gibt es reichlich. Zu den prominenten Gästen gehören:
- Jeanette Biedermann
- Angelo Kelly
- Oli P.
- Enie van de Meiklokjes
- Alexander Klaws
- Smudo und Michi Beck (Die Fantastischen Vier)
- Uschi Glas
- Eloy de Jong
- Thomas Anders
- Margit Tetz (ehemals Dr.-Sommer-Team)
All diese Namen stehen stellvertretend für unterschiedliche BRAVO-Epochen. Von den Teenieheldinnen und -helden der 90er bis zu den Legenden aus der Hochzeit der Jugendzeitschrift – sie alle reflektieren ihre persönliche Geschichte mit dem Magazin und schauen sich eigene Cover, Poster und Schlagzeilen an.
Kult-Rubriken, die ganze Generationen geprägt haben
Was die BRAVO von jeder anderen Zeitschrift unterschied, waren ihre einzigartigen Formate. Der Starschnitt war eine Erfindung des Magazins, bei der man puzzleartig Posterteile aus verschiedenen Heften zusammensetzen konnte, um ein lebensgroßes Bild des jeweiligen Stars zu erhalten – erstmals 1959 mit Brigitte Bardot.
Mindestens genauso legendär: die Foto-Love-Story, in der dramatische Liebesgeschichten mit gestellten Fotos erzählt wurden. Und natürlich Dr. Sommer – die berühmte Rubrik, in der Fragen zur Sexualität, Liebe und zwischenmenschlichen Beziehungen beantwortet wurden, wie es zuvor in deutschen Medien kaum üblich war. Für viele Jugendliche war das die erste vertrauenswürdige Quelle für Aufklärung.
Auch BRAVO TV und die BRAVO Super Show, die von 1994 bis 2010 unter anderem von RTL II und RTL übertragen wurde, sowie die BRAVO Hits-Compilation, die seit 1992 als Musik-Sampler mit aktuellen Chart-Hits erscheint, werden in der Doku beleuchtet.
Von 1,8 Millionen auf 43.000: Der krasse Auflagenfall
So sehr die BRAVO das Lebensgefühl ganzer Generationen verkörpert hat – die nackten Zahlen erzählen auch eine andere Geschichte. Im Jahr 1979 wurden sogar 1,8 Millionen Hefte gedruckt. Die verkaufte Auflage überschritt im ersten Quartal 1966 erstmals die Millionengrenze und erreichte im ersten Quartal 1991 mit 1,58 Millionen Exemplaren ihren Höchststand.
Heute sieht das völlig anders aus. Zuletzt wurden nur noch 43.000 Exemplare vertrieben – innerhalb von 27 Jahren ein Absturz um 95 Prozent. Die Verbreitung des Internets und vor allem von Social Media als neuem Leitmedium der Jugendkultur führte zu extremen Auflagenverlusten, einer Verkleinerung der Redaktion und einer Umstellung der Erscheinungsweise – zunächst 2015 von wöchentlich auf zweiwöchentlich und 2020 dann auf monatlich.
Trotzdem lebt die Marke BRAVO weiter – nicht mehr nur im Kiosk, sondern auch über digitale Kanäle auf Instagram, TikTok und YouTube.
Nicht nur RTL: Auch die ARD feiert die BRAVO
Spannend ist, dass RTL mit seiner Doku nicht allein dasteht. Nur eine Woche später, am 25. Mai, veröffentlicht die ARD ihre eigene Produktion „Bravo – Headlines, Hypes und Herzschmerz“ in der Mediathek – weshalb RTL seinen Rückblick ausdrücklich als „offizielle Dokumentation“ betitelt.
Die ARD-Reihe umfasst drei Folgen à 30 Minuten und konzentriert sich auf die Entwicklung des Hefts zwischen 1991 und 2015 – also von der Hochphase bis zum Niedergang. Beide Produktionen setzen also unterschiedliche Schwerpunkte: RTL erzählt die komplette 70-jährige Geschichte, die ARD zoomt stärker in die goldenen und die schwierigen Jahre.
In der ARD-Doku kommen unter anderem Jasmin Wagner alias Blümchen, Eloy de Jong, Angelo Kelly, Jeanette Biedermann und Oli P. zu Wort – einige der Namen tauchen also in beiden Formaten auf.
DEF Media: Wer produziert die RTL-Doku?
Hinter der RTL-Jubiläumsdoku steht die Berliner Produktionsfirma DEF Media. Das Unternehmen wurde 2010 gegründet und hat sich auf TV-Entertainment und Dokumentationen spezialisiert – mit Produktionen wie „The Dome“, „Die Hitwisser“ oder „Soundtrack Deutschland“. DEF Media steht für popkulturelle Programme und zeitgeistige Themen; die erfolgreiche Ansprache junger Zielgruppen gehört zur DNA des Unternehmens. Eine passende Wahl also für ein Projekt rund um 70 Jahre BRAVO.
Warum du einschalten solltest
Egal, ob du selbst noch Starschnitte an die Wand geklebt hast oder die BRAVO nur aus Erzählungen deiner Eltern kennst – diese Doku verspricht mehr als bloße Nostalgie. Sieben Jahrzehnte Jugendkultur in 150 Minuten, mit nie gezeigtem Material und den Stimmen der Stars, die das Magazin groß gemacht hat. Laut fernsehserien.de kommt RTL damit der ARD-Produktion bewusst zuvor und markiert sein Programm als die offizielle Jubiläumsdoku.
Termin vormerken: Sonntag, 17. Mai 2026, 20:15 Uhr auf RTL – und danach auf RTL+.

