Jugendwort 2026: Diese Top 10 kämpfen um den Titel!

Das Voting zum Jugendwort des Jahres 2026 läuft, doch ein Favorit fehlt.

Die Wahl zum Jugendwort 2026 ist in der entscheidenden Phase, und du hast jetzt die Wahl. Seit dem 28. Juli steht die Shortlist mit zehn Begriffen fest, über die bis zum 20. August auf der Seite des Langenscheidt-Verlags abgestimmt wird. Seit 2008 kürt der Verlag jedes Jahr ein Siegerwort, von „Gammelfleischparty“ bis „das crazy“. Und wie immer sorgt die Auswahl für Diskussionen, Memes und ziemlich viel Kopfschütteln bei allen über 30. Ein besonders heißer Kandidat ist übrigens gar nicht dabei, dazu gleich mehr.

So läuft die Abstimmung zum Jugendwort des Jahres 2026

Der Ablauf ist in mehrere Runden aufgeteilt. Los ging es am 29. Mai 2026 damit, dass Jugendliche ihre Vorschläge einreichen konnten. Daraus hat ein Gremium des Verlags die zehn Finalisten gefiltert.

Geprüft wird dabei vor allem, wie häufig ein Begriff digital wirklich genutzt wird, denn der Sprachgebrauch in den sozialen Medien zeigt ziemlich gut, was in Schule und Freizeit geredet wird. Aussortiert werden offensichtliche Fakes und Kampagnen von Influencern oder einzelnen Gruppen.

Hier sind alle wichtigen Termine auf einen Blick:

Datum Was passiert
28. Juli 2026 Die Top 10 stehen fest, das Voting startet
20. August 2026 Letzter Tag der ersten Abstimmungsrunde
28. August 2026 Bekanntgabe der Top 3, Finalvoting startet
28. September 2026 Ende der finalen Abstimmung
10. Oktober 2026 Bekanntgabe auf der Frankfurter Buchmesse

Mitmachen darf beim Voting grundsätzlich jede und jeder, weil der Datenschutz eine echte Altersprüfung verbietet. Für die offizielle Auswertung zählen aber nur die Stimmen von Teilnehmenden, die sich selbst der Altersgruppe von 11 bis 20 Jahren zuordnen. So soll am Ende wirklich die Sprache der jungen Generation gewinnen.

Die Top 10 Kandidaten im Überblick

Das sind die zehn Begriffe, die es auf die Shortlist geschafft haben:

  • 67 (Six-Seven): Was die Zahlenfolge genau bedeutet, können nicht mal Jugendliche selbst erklären. Sie funktioniert als Insider für praktisch jede Gelegenheit, inklusive der typischen abwägenden Handbewegung. Der Hype startete in den USA über TikTok, Basketball-Memes und den Song „Doot Doot (67)“ von Rapper Skirlla.
  • Crashout: Die Fassung verlieren oder emotional komplett explodieren. Der Begriff kommt aus dem Englischen und läuft auf TikTok rauf und runter.
  • Digga: Der Dauerbrenner unter den Jugendwörtern. Steht für Kumpel, Bruder, Bro oder einfach einen emotionalen Ausruf.
  • Du bist gut genug: Eine virale Songzeile, die zur perfekten Meme-Vorlage geworden ist.
  • Gute Käse: Wenn etwas nicht nur okay, sondern richtig stark ist, dann ist es laut Langenscheidt „gute Käse“. Eine wörtliche Bedeutung gibt es nicht, der Ausdruck dient als Lob oder Zustimmung.
  • Macker: Ein Begriff, den sogar Ältere kennen und der jetzt sein Revival feiert. Je nach Situation meint er Freund, Crush oder Kumpel, oft ironisch oder liebevoll.
  • Peak: Kommt vom englischen Wort für Gipfel. Ist etwas „peak“, dann ist es das Beste vom Besten.
  • Ragebait: Wer Clickbait kennt, versteht das sofort: Inhalte in sozialen Medien, die absichtlich triggern sollen. Provokante Thesen bringen Kommentare, Kommentare bringen Reichweite.
  • Schere: Kurzform für „Mein Fehler“, also eine knappe Entschuldigung. Der Ausdruck kommt aus der Gaming-Ecke.
  • Süper: Stammt aus dem Türkischen und heißt schlicht „super“. Bekannt wurde die Floskel laut Langenscheidt durch das virale Video eines Ultramarathonläufers, der nach seinem Rennen auf die Frage nach seinem Befinden nur mit „Süper!“ antwortete.
Youtube Video

Warum „Mehrzweckeier“ beim Jugendwort 2026 fehlt

Die spannendste Geschichte rund um die Wahl dreht sich um ein Wort, das eben nicht auf der Liste steht. „Mehrzweckeier“ wurde so oft eingereicht, dass der Begriff am Ende der Einreichungsphase in den Top 10 lag. Trotzdem entschied der Verlag, ihn nicht zur Endabstimmung zuzulassen.

Der Hintergrund: Nach der Festnahme eines Jugendlichen wegen eines Protestschilds mit der Aufschrift „Merz leck Eier“ wurde der Spruch zum Symbol für Unzufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz und seinem Kabinett. Ausgelöst wurde der Hype um die entschärfte Variante durch eine Kampagne auf Reddit, die gezielt zum Einreichen des Begriffs aufrief.

Die Begründung des Verlags war eindeutig: Der Begriff gehe auf eine Kampagne zurück und beruhe zugleich auf einer persönlichen Beleidigung, damit erfülle er gleich zwei zentrale Ausschlusskriterien. Ausführlich erklärt hat das der Verlag in einer eigenen Mitteilung.

Die Gegenbewegung: das Bundesjugendwort 2026

Nicht alle finden diese Entscheidung nachvollziehbar. Die BUNDjugend hat gemeinsam mit weiteren Jugendverbänden das Bundesjugendwort 2026 gestartet, ausdrücklich als Alternative zur Wahl des Langenscheidt-Verlags. Die Disqualifikation von „Mehrzweckeier“ bedauert der Verband, weil der Begriff für ihn berechtigte Kritik an der Regierung ausdrückt.

Dort dürfen alle bis 27 Jahre mitstimmen, bis zum 27. August stehen elf Optionen zur Wahl, danach folgt bis zum 9. Oktober das Finale der drei Bestplatzierten. Verkündet wird das Ergebnis am 10. Oktober 2026. Zwei Abstimmungen, ein Datum, maximale Diskussion garantiert.

Welche Begriffe haben die besten Chancen?

Ein Blick auf die Liste zeigt schnell: TikTok, Gaming und Meme-Kultur bestimmen, welche Wörter plötzlich überall auftauchen. Jugendsprache verbreitet sich heute rasant über soziale Medien, auf TikTok, YouTube oder Instagram entstehen Begriffe, gehen viral und landen dann im Alltag.

Spannend ist ausgerechnet „67“, weil der Ausdruck praktisch keine feste Bedeutung hat und trotzdem überall auftaucht. „Süper“ punktet dagegen mit einer klaren Entstehungsgeschichte und guter Laune. Und „Digga“? Der Klassiker beweist seit Jahren, dass manche Wörter einfach nicht wieder verschwinden.

Ein aussichtsreicher Kandidat braucht meist mehr als reine Bekanntheit: verständliche Verwendung im Alltag, Wiedererkennungswert, Meme-Potenzial und genug emotionale Bindung, damit Leute tatsächlich voten. Viele Begriffe funktionieren inzwischen meta-ironisch und kommentieren den eigenen Sprachgebrauch gleich mit.

Jetzt abstimmen: So gibst du deine Stimme ab

Die Abstimmung für das Langenscheidt-Jugendwort 2026 läuft über die offizielle Seite jugendwort.de. Bis zum 20. August kannst du deinen Favoriten aus den Top 10 wählen, danach geht es mit den drei meistgewählten Begriffen in die Finalrunde. Viel Zeit bleibt also nicht mehr.

2025 gewann „das crazy“ vor „checkst du“ und „goonen“, ein Jahr zuvor setzte sich „Aura“ gegen „Talahon“ und „Schere“ durch. Welcher Begriff diesmal das Rennen macht, hängt jetzt an dir und deinem Freundeskreis.

Noch unentschlossen? Geh die zehn Wörter in Ruhe durch, check sie kurz auf TikTok und frag dich ehrlich, welches davon du selbst am häufigsten sagst. Genau darum geht es bei der Aktion nämlich. Jugendwörter seien mehr als nur Trends, sie zeigten, was junge Menschen beschäftigt und wie schnell sich Sprache verändert, erklären die Projektleitenden Jenny Dolpp und Artur Raiser von PONS Langenscheidt. Also: Seite auf, Stimme abgeben, fertig.

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