Es ist die Doku, über die gerade alle reden: „Der Fall Gil Ofarim“ ist seit dem 15. Februar auf RTL+ abrufbar und liefert genau das, worauf viele seit Wochen warten. Denn auch wenn Gil Ofarim (43) nach seinem überraschenden Dschungelcamp-Sieg gegenüber der dpa noch sagte, es gebe „keine Pläne für eine Doku oder so“ – jetzt ist sie da. Und sie hat es in sich. In der neuen RTL+-Doku spricht er mit Frauke Ludowig über den Davidstern-Skandal und persönliche Folgen.
Frauke Ludowig interviewt Gil Ofarim – trotz Augen-OP
Schon die Umstände des Interviews sorgen für Gesprächsstoff. Moderatorin Frauke Ludowig (62) wurde am rechten Auge eine neue Linse eingesetzt, da die alte beschädigt war. Das Auge müsse geschont und vor äußeren Einflüssen geschützt werden. Der Eingriff fand erst am Montag statt, doch trotzdem ließ es sich die 62-Jährige nicht nehmen, den frisch gekrönten Dschungelkönig persönlich zu interviewen.
Das Ergebnis: Ludowig sitzt mit Augenklappe vor der Kamera. Das Drehen mit nur einem funktionierenden Auge sei eine Herausforderung gewesen. Trotzdem stellte sie die Fragen, die wirklich zählen.
Der Davidstern-Skandal: Gil Ofarim redet Klartext
In der RTL+-Dokumentation geht es natürlich um das große Thema: den Davidstern-Skandal von 2021. Zur Erinnerung: Ofarim hatte öffentlich Antisemitismusvorwürfe gegen den Mitarbeiter eines Leipziger Hotels erhoben. Vor dem Landgericht Leipzig räumte der Star später ein, die Antisemitismusvorwürfe gegen den Hotelmitarbeiter erfunden zu haben, und entschuldigte sich. Im November 2023 wurde das Verfahren eingestellt – unter der Voraussetzung, dass er insgesamt 10.000 Euro an die Jüdische Gemeinde zu Leipzig und die Gedenkstätte des Hauses der Wannseekonferenz zahlt.
Im Gespräch mit dem neuen Dschungelkönig ging es um ernste Themen. Ofarim sprach offen über die Ereignisse rund um seinen Davidstern-Skandal. Ludowig fragte direkt und ohne Umschweife.
Gil Ofarims ehrlichste Aussage in der Doku
Besonders eine Stelle bleibt hängen. Ludowig wollte wissen, wie oft er morgens aufgewacht sei und gedacht habe, was für ein Idiot er gewesen sei. Gil Ofarim daraufhin: „Bei mir war’s anders. Bei mir war das eher: ‚Hätte ich das Video nicht gepostet.‘ Egal, was da war – man hätte das anders lösen können. Und das weiß ich.“
Das ist deshalb so bemerkenswert, weil Gil Ofarim im Dschungelcamp wochenlang kaum etwas zum Thema gesagt hatte. Im Dschungelcamp sagte Ofarim lange jedoch kaum etwas zu dem Fall, was unter anderem von seinen Mitcampern heftig kritisiert wurde. In einer Ausgabe ging er dann doch überraschend detaillierter auf den Prozess ein.
Alkohol als Flucht: Gil Ofarim über seine dunkelste Phase
Die Doku beleuchtet auch ein Kapitel, das bisher kaum öffentlich besprochen wurde. Ofarim bezeichnet seinen Alkoholkonsum nach dem Skandal als großen Fehler. In der Doku erklärt er, er habe versucht, in etwas zu flüchten, damit „das alles aufhört“.
Das gibt dem ganzen Fall eine neue Dimension. Es geht nicht mehr nur um die Lüge von 2021, sondern auch darum, was danach mit dem Menschen Gil Ofarim passiert ist.
Öffentliche Entschuldigung beim Hotelmitarbeiter
Parallel zur RTL+-Doku hatte sich Ofarim auch in anderen Formaten geäußert. Kurz vor dem „Exclusiv“-Interview hatte sich Ofarim in der RTL-Sendung „Punkt 12″ erstmals klar und öffentlich bei dem Hotelmitarbeiter entschuldigt. Moderatorin Katja Burkard fragte ihn direkt, und Ofarim fügte hinzu: „Alles was da passierte und im Nachgang alles: Es tut mir leid!“
Außerdem kündigte er an, die noch ausstehende Zahlung an den fälschlich beschuldigten Hotelmitarbeiter Markus W. zu leisten. Das Geld dafür dürfte vorhanden sein: Durch die Teilnahme an der RTL-Show soll Ofarim zwischen 250.000 und 300.000 Euro verdienen.
Was sagen Kritiker zur Gil-Ofarim-Doku auf RTL+?
Der Fall bleibt umstritten. Im Dschungelcamp hat Gil Ofarim Dinge gesagt, die nicht stimmen. RTL hat sie nicht korrigiert. TV-Kritikerin Anja Rützel zeigte sich entsetzt. Die Frage, ob RTL durch fehlende Einordnung eine „Heldenreise“ erst möglich gemacht hat, steht weiter im Raum.
Auch der fälschlich beschuldigte Hotelmitarbeiter Markus W. hatte sich zwischenzeitlich erstmals in einem Interview geäußert und Ofarims Darstellung widersprochen.
Wie geht es für Gil Ofarim weiter?
Wie es weitergehe, wisse er noch nicht. Es gebe „keinen geheimen Deal mit RTL“ und auch kein fertiges Musik-Album in der Hinterhand. Aber eines hat er klargestellt: Er wünsche sich, wieder als Musiker, Schauspieler und Synchronsprecher arbeiten zu können.
Und noch etwas: „Ich verstehe die Unterschiede auch nicht ganz – Reality-TV, Trash-TV und was weiß ich.“ Er versicherte: „Ich werde kein Reality-Star.“
Die RTL+-Doku „Der Fall Gil Ofarim“ ist ab sofort auf der Streaming-Plattform verfügbar. Ob du dir selbst ein Bild machen willst oder schon eine Meinung hast – diese Doku ist auf jeden Fall eines der meistdiskutierten TV-Formate gerade. Reinschauen lohnt sich, allein um zu verstehen, warum dieser Fall Deutschland so spaltet.

