Was würdest du sagen, wenn ein Multimillionär weniger gesetzliche Rente bekommt als du? Genau das ist bei Oliver Pocher der Fall. In ihrem gemeinsamen Podcast haben Pietro Lombardi und Oliver Pocher offen über ihre Rentenansprüche gesprochen – und die Zahlen haben es echt in sich. Der eine darf sich über eine stattliche gesetzliche Rente freuen, der andere kommt kaum über 300 Euro. Wir haben uns die Hintergründe genauer angeschaut.
Pietro Lombardi: 2.635 Euro Rente dank Künstlersozialkasse
In der neuesten Ausgabe des Podcasts „Die Pochers! Frisch recycelt“ sprechen die beiden Freunde überraschend offen über ihre finanzielle Zukunft. Während der ehemalige DSDS-Sieger laut eigener Aussage mit einer stattlichen Rente von 2.635 Euro rechnen kann, sieht die Altersvorsorge des Comedians deutlich bescheidener aus.
Pietro hat sich im Podcast richtig gefreut und erzählt, dass er Post von der Deutschen Rentenversicherung bekommen hat. „Gehe ich heute in Rente, bekomme ich eine Rente von 2.700 Euro!“, jubelt er. Lombardi erklärt: Er habe 16 Jahre eingezahlt, 13 Jahre lang als Mitglied der Künstlersozialkasse. „Ich habe richtig viel reingeblättert, richtig viel“, so der Sänger.
Und genau hier liegt der entscheidende Punkt: Dank der Künstlersozialkasse (KSK) zahlen selbstständige Künstler – genau wie ein Angestellter – nur die Hälfte der Beiträge für die gesetzliche Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Die andere Hälfte übernimmt quasi die KSK als „virtueller Arbeitgeber“. Das hat Pietro über Jahre hinweg fleißig genutzt.
Allerdings ist das Kapitel KSK für ihn mittlerweile abgeschlossen. Lombardi erklärte, er habe insgesamt 16 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt, davon 13 Jahre in die Künstlersozialkasse. Erst vor drei Jahren sei er dort „rausgeflogen“, weil er zu viel verdiene.
Oliver Pocher: Nur 336 Euro Rente – trotz Millionenvermögen
Bei Olli sieht das Ganze komplett anders aus. „Mein Anspruch: Wenn ich irgendwas bekomme, sind es 336 Euro oder so“, sagt Oliver Pocher. Ja, du hast richtig gelesen. 336 Euro monatliche gesetzliche Rente für einen der bekanntesten Entertainer Deutschlands.
Der Grund dafür ist simpel: Pocher hat nur zu Anfang seiner Karriere beim Musiksender VIVA in die Kasse eingezahlt. Später arbeitete er ausschließlich freiberuflich. Und als Freiberufler bist du in Deutschland eben nicht automatisch in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert – anders als bei der Künstlersozialkasse.
Pocher selbst hat das Thema aber ziemlich gelassen genommen. Kein Wunder, denn wie t-online berichtet, konterte Lombardi trocken: „Der Unterschied zwischen dir und mir: Du bist überreich und mir geht es gut.“ Der 47-Jährige wohne zudem in „einem Zehn-Millionen-Euro-Haus“, das über einen eigenen Aufzug, Pool und Tennisplatz verfügt.
Rente vs. Vermögen: Der große Vergleich
Hier die beiden im direkten Vergleich:
| Pietro Lombardi | Oliver Pocher | |
|---|---|---|
| Gesetzliche Rente | ca. 2.635 Euro/Monat | ca. 336 Euro/Monat |
| Jahre eingezahlt | 16 Jahre (davon 13 in KSK) | Nur erste Berufsjahre bei VIVA |
| Geschätztes Vermögen | ca. 5 Mio. Euro | ca. 8–10 Mio. Euro |
| Status | Ehemals KSK-Mitglied | Freiberuflich, keine Einzahlung |
Die Tabelle zeigt ganz deutlich: Hohe Rente und hohes Vermögen sind zwei völlig verschiedene Dinge. Das geschätzte Vermögen von Oliver Pocher beträgt 8 Millionen Euro, während Lombardis Vermögen auf fünf Millionen Euro geschätzt wird. Trotzdem hat Pietro fast achtmal so viel gesetzliche Rente wie Olli.
Was steckt hinter der Künstlersozialkasse?
Falls du jetzt denkst: „Moment, was ist denn diese Künstlersozialkasse eigentlich?“ – hier die kurze Erklärung. Die KSV ist Teil der gesetzlichen Sozialversicherung in Deutschland. Sie ermöglicht freischaffenden Künstlern und Publizisten einen Zugang zur gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung.
Das Besondere daran: Seit 1983 sind selbstständige Künstler und Publizisten in den Schutz der gesetzlichen Sozialversicherung einbezogen. Es gilt die Besonderheit, dass Künstler und Publizisten nur die Hälfte ihrer Beiträge selbst tragen müssen. Die andere Beitragshälfte wird durch einen Bundeszuschuss und eine Abgabe der Unternehmen finanziert.
Pietro hat dieses System jahrelang genutzt und damit seinen Rentenanspruch aufgebaut. Olli hat sich dagegen auf seine eigene Vorsorge verlassen – und laut Vermögen Magazin sein Geld vor allem in Immobilien investiert.
Was bedeutet das für dich?
Das Beispiel von Pocher und Lombardi zeigt etwas richtig Wichtiges: Wer nicht ins gesetzliche Rentensystem einzahlt, bekommt auch kaum etwas raus – egal wie viel man verdient. Pocher wird im Alter trotzdem keine Probleme haben, weil er privat vorgesorgt hat. Aber für alle, die nicht gerade Millionär sind, ist die Botschaft klar.
„Der Unterschied zwischen dir und mir: Du bist überreich und mir geht es gut“, so Lombardis Fazit. Pocher gab kleinlaut zu: „Ich werde kein Bürgergeld mehr beantragen müssen, davon gehe ich mal ganz stark aus.“
Am Ende konnten die beiden aber darüber lachen. Und genau das macht den Podcast der ungewöhnlichen WG – denn die beiden befreundeten Mehrfach-Väter leben aktuell unter einem Dach in Köln – so unterhaltsam. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet das Thema Altersvorsorge für so viel Gesprächsstoff sorgt?

