Donnerstag, 16. April 2026

MrBeast verschenkt 174 Millionen Euro – was steckt dahinter?

Der reichste YouTuber der Welt hat kaum Geld auf dem Konto. Wie passt das zusammen?

MrBeast gilt als der reichste YouTuber der Welt – und gleichzeitig als derjenige, der am meisten Geld wieder raushaut. Jimmy Donaldson reagierte erst kürzlich im März 2026 auf die Behauptung, er habe rund 200 Millionen Dollar (ca. 174 Millionen Euro) in seinen YouTube-Videos verschenkt, und meinte trocken, die tatsächliche Summe liege wahrscheinlich noch höher. Diese Zahl ist so absurd groß, dass man sie erstmal sacken lassen muss. Und trotzdem ist der 27-Jährige reicher als je zuvor.

Vom Teenager-Kanal zum Milliarden-Imperium

Die Geschichte von MrBeast klingt wie ein Hollywood-Drehbuch, nur eben echt. Jimmy begann 2012 mit gerade mal 13 Jahren unter dem Namen „MrBeast6000″ Videos auf YouTube hochzuladen. Anfangs filmte er Gaming-Sessions und reagierte auf andere Creator – nichts Besonderes also. Der Wendepunkt kam 2017, als sein Video „I Counted to 100,000!“ innerhalb weniger Tage Zehntausende Aufrufe erzielte und seine Produktionen danach schnell aufwendiger wurden.

Heute sieht seine Welt komplett anders aus: Sein Hauptkanal zählt über 471 Millionen Abonnenten und ist damit der meistabonnierte YouTube-Kanal überhaupt. Das ist mehr als die Einwohnerzahl der gesamten USA. Mal eben.

So viel Geld hat MrBeast verschenkt

Die 174 Millionen Euro sind schon eine krasse Hausnummer – aber wenn man alle Projekte zusammenrechnet, wird es noch wilder. Über seine gemeinnützige Organisation Beast Philanthropy hat er Lebensmittel im Wert von über 300 Millionen Dollar verteilt (rund 42 Millionen Mahlzeiten), 5 Millionen Dollar an ukrainische Flüchtlinge gespendet und 2.000 Prothesen finanziert.

Dazu kommen die großen Fundraising-Aktionen, die mittlerweile legendär sind:

  • Team Trees sammelte über 24 Millionen Dollar für die Arbor Day Foundation
  • Team Seas brachte mehr als 30 Millionen Dollar für Ozeanschutz zusammen
  • Team Water generierte 2025 über 40 Millionen Dollar für WaterAid

In seinen Videos bezahlte er 1.000 Menschen Augen-OPs, ließ 100 Brunnen in Afrika bohren und baute 100 Häuser in Jamaika für bedürftige Familien. Die Liste an Aktionen ist so lang, dass selbst Jimmy laut eigener Aussage den Überblick verloren hat.

Beast Games: Preisgelder in einer eigenen Liga

Neben seinen YouTube-Videos läuft seit Ende 2024 seine Amazon-Prime-Show Beast Games – und auch dort fließt das Geld in Strömen. Die zweite Staffel startete am 7. Januar 2026 auf Prime Video, mit einem Hauptpreis von 5 Millionen Dollar und insgesamt 15 Millionen Dollar an Preisgeldern.

Über die gesamte Staffel wurden mehr als 11 Millionen Dollar an Preisen ausgeschüttet. Gewinner Tyler Lucas sicherte sich am Ende stolze 5.105.000 Dollar. Das Verrückte daran: Die Produktion der Show ist für MrBeast finanziell kein guter Deal. Er gab im Diary-of-a-CEO-Podcast offen zu, dass er mit Beast Games Geld verloren hat. Trotzdem macht er weiter – weil ihm die Reichweite und die Unterhaltung wichtiger sind als der kurzfristige Gewinn.

Milliardär mit weniger als einer Million auf dem Konto

Jetzt wird es paradox. Fortune schätzte sein Vermögen 2026 auf rund 2,6 Milliarden Dollar. Gleichzeitig behauptet Jimmy, privat fast pleite zu sein. Und nein, das ist kein Witz.

Er selbst schrieb auf X (ehemals Twitter), dass er persönlich „sehr wenig Geld“ habe, weil er alles reinvestiere – 2025 plane er rund eine Viertelmilliarde Dollar allein für Content auszugeben. Dann kam der Knaller: Er borge sich sogar Geld von seiner Mutter, um seine anstehende Hochzeit zu bezahlen.

Das klingt absurd für einen Milliardär, ergibt aber Sinn, wenn man versteht, wie sein Geschäftsmodell funktioniert. Sein Vermögen besteht hauptsächlich aus Unternehmensanteilen an Beast Industries und nicht aus Bargeld – Quellen bestätigen, dass er weniger als 1 Million Dollar auf seinem Konto hat.

Feastables: Schokolade schlägt YouTube

Was viele nicht wissen: MrBeasts größter Geldbringer ist nicht YouTube. Es ist Schokolade. Laut Bloomberg generierte seine Snack-Marke Feastables 2024 Umsätze von rund 250 Millionen Dollar bei über 20 Millionen Dollar Gewinn.

Zum Vergleich: Seine gesamte Mediensparte – inklusive YouTube und Beast Games – erwirtschaftete ähnliche Umsätze, machte dabei aber knapp 80 Millionen Dollar Verlust. Die Schoko-Riegel halten den Laden also am Laufen, während die Videos eher als gigantische Marketing-Maschine funktionieren.

Und das Wachstum geht weiter. Beast Industries plant laut Investorendokumenten, den Umsatz von 899 Millionen Dollar (2025) auf 1,6 Milliarden Dollar in 2026 zu steigern – mit dem Ziel, bis 2029 bei 4,78 Milliarden Dollar zu landen. Neben Snacks sollen bald auch Getränke, Wellness-Produkte und Videospiele dazukommen.

Warum MrBeast alles verschenkt – und trotzdem reicher wird

Das Prinzip hinter dem Wahnsinn ist eigentlich simpel: Je mehr Geld MrBeast in Videos steckt und verschenkt, desto spektakulärer wird der Content. Je krasser der Content, desto mehr Views. Je mehr Views, desto mehr Werbeeinnahmen und Sponsoring-Deals. Und das Geld fließt direkt wieder in die nächste noch größere Aktion.

Laut Forbes‘ Liste der bestverdienenden Creator 2025 lag MrBeast mit 85 Millionen Dollar persönlichem Verdienst in zwölf Monaten auf Platz eins. Und das ist nur sein persönliches Einkommen – nicht der Gesamtumsatz seiner Firmen.

Wer denkt, das sei nicht nachhaltig, liegt falsch. Beast Industries wurde bei einer Finanzierungsrunde unter Führung von Alpha Wave mit 5 Milliarden Dollar bewertet, bei einer Gesamtfinanzierung von über 450 Millionen Dollar.

Was kommt als Nächstes?

MrBeast hat offensichtlich kein Interesse daran, kürzer zu treten. 2025 kündigte er eine Zusammenarbeit mit Bestseller-Autor James Patterson an einem Thriller an, der 2026 bei HarperCollins erscheinen soll. Im Februar 2026 übernahm seine Firma Beast Industries außerdem die Fintech-App Step, mit der er jungen Menschen finanzielles Wissen vermitteln will.

Und natürlich geht Beast Games weiter – eine dritte Staffel ist bereits bestätigt.

Die Zahl von 174 Millionen Euro verschenktem Geld klingt gewaltig. Aber wenn man sich ansieht, wie schnell das MrBeast-Universum wächst, war das vermutlich erst der Anfang. Jimmy Donaldson hat bewiesen, dass Großzügigkeit und Business sich nicht ausschließen müssen. Ob man sein Modell als genial oder verrückt bezeichnet, bleibt jedem selbst überlassen. Wahrscheinlich ist es beides.

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