Er ist sieben Monate alt, wiegt gerade mal zwei Kilo und hat das halbe Internet zum Weinen gebracht. Die Geschichte des japanischen Makakenbabys Punch begann im Ichikawa City Zoo bei Tokio, wo er im Juli 2025 zur Welt kam und kurz nach der Geburt von seiner Mutter verstoßen wurde. Seitdem kämpft sich der kleine Kerl durchs Leben – mit einem Ikea-Kuscheltier als bestem Freund. Punch der Affe geht viral, und zwar so richtig. Seine Clips haben auf TikTok und Instagram inzwischen zig Millionen Aufrufe gesammelt, einige davon über 30 Millionen.
Wie alles begann: Punchs schwieriger Start
Punch wurde am 26. Juli 2025 mit einem Gewicht von nur 500 Gramm geboren, doch seine Mutter kümmerte sich nicht um ihn. Die Tierpfleger Kosuke Shikano und Shumpei Miyakoshi übernahmen daraufhin die Handaufzucht.
Seine Mutter war zum ersten Mal Mutter geworden, was auf mangelnde Erfahrung hindeutet. Außerdem wurde Punch während einer Hitzewelle geboren, was die Situation zusätzlich verschärfte. Für ein Makakenbaby ist das eine richtig gefährliche Lage. Normalerweise klammern sich neugeborene Makaken direkt nach der Geburt an das Fell ihrer Mutter – so bauen sie Muskeln auf und lernen soziale Signale.
Ein Kuscheltier wird zum Mutterersatz
Da Punch diese Nähe fehlte, wurden die Pfleger kreativ. Sie testeten Alternativen wie aufgerollte Handtücher und verschiedene Stofftiere. Besonders ein orangefarbenes Plüschtier, dessen Fell sich gut greifen ließ und das einem Affen ähnelte, gab Punch offenbar Sicherheit.
Was viele nicht wissen: Punch wurde übrigens nach Monkey Punch benannt, dem Manga-Zeichner, der Lupin the Third erschaffen hat. Das Kuscheltier selbst ist ein Ikea-Djungelskog-Orang-Utan – und Fans haben ihm den liebevollen Spitznamen „Oran-Mama“ gegeben. Die Tierpfleger wählten das Plüschtier gezielt als emotionalen Trost und gleichzeitig als Hilfe zum Muskelaufbau.
Der Moment, der das Netz sprengte
Am 5. Februar 2026 veröffentlichte der Zoo auf X einen Post über Punchs Geschichte – und der wurde über Nacht zur Sensation. Ein Foto zeigt ihn winzig und sichtbar orientierungslos, wie er sich an sein Stofftier klammert. Das Bild ging sofort viral und wurde millionenfach angesehen.
Richtig emotional wurde es Mitte Februar. Ein X-User repostete ein Video, in dem ein älterer Affe Punch packt und über den Boden zerrt – der Clip erreichte in nur einem Tag über 11 Millionen Aufrufe. Der Zoo erklärte später, dass die „Bully“-Äffin vermutlich ihr eigenes Baby beschützen wollte und Punchs Verhalten als störend empfand.
Danach passierte etwas Wunderschönes: Das Internet schloss sich zusammen. Unter dem Hashtag #HangInTherePunch wurden über 37.000 Beiträge geteilt.
Gute Nachrichten: Punch findet Anschluss
Und jetzt kommt der Teil, auf den alle gewartet haben. Am 23. Februar berichtete ein Pfleger, dass es keine Szenen gab, in denen Punch zurechtgewiesen wurde, und dass er mit anderen Affenbabys gespielt hat. Während der Fütterung kletterte er selbstständig vom Fuß des Pflegers und begann eigenständig zu fressen.
Noch besser: Am 22. Februar wurden zwei Affen dabei beobachtet, wie sie Punch sorgfältig lausten. In Makakengruppen ist das kein zufälliges Streicheln – es signalisiert Vertrauen und soziale Akzeptanz.
Neue Aufnahmen zeigen Punch, wie er einem größeren Affen folgt und in dessen Nähe bleibt. Der Zoo kommentierte: „Dieser große Affe hat Punch akzeptiert, und Punch hat sich komplett an ihn gebunden.“ Das ist ein riesiger Schritt nach vorn.
Ikea-Kuscheltier weltweit ausverkauft
Punchs Geschichte hat nicht nur Tränen, sondern auch einen echten Shopping-Hype ausgelöst. Laut Javier Quiñones, dem Commercial Manager der Ingka Group, verzeichnete Ikea einen deutlichen Anstieg der Verkäufe des Djungelskog-Orang-Utans, besonders in Japan, den USA und Südkorea.
Das Kuscheltier, das normalerweise rund 20 Dollar kostet, war in kürzester Zeit ausverkauft. Der Hype griff auch auf Wiederverkaufsplattformen über, wo ein Verkäufer auf eBay bis zu 328 Dollar verlangte – mehr als das 16-Fache des Originalpreises.
Ikea Japan reagierte auf die virale Welle, indem die Präsidentin von Ikea Japan, Petra Färe, dem Zoo persönlich Ersatz-Kuscheltiere spendete. Am 17. Februar überreichte das Unternehmen insgesamt 33 Stofftiere.
Besucheransturm im Ichikawa City Zoo
Der kleine Makake hat nicht nur das Internet, sondern auch den Zoo selbst auf den Kopf gestellt. Am Sonntag, den 22. Februar, kamen über 6.000 Besucher in den Zoo. Am Folgetag waren es rund 5.200. Die Parkplätze waren schon am Vormittag voll, die Warteschlangen bis zu zwei Stunden lang, und ab 15 Uhr wurde der Einlass eingeschränkt.
Zum Vergleich: Laut der New York Times besuchten am Wochenende davor bereits über 8.000 Menschen den Zoo – für eine eigentlich kleine Einrichtung nahe Tokio sind das enorme Zahlen.
Warum Punch so viele Menschen berührt
Es gibt einen Grund, warum Punchs Geschichte tiefer geht als ein normales Tiervideo. Makaken teilen einen Großteil ihrer Gene mit dem Menschen. Sie zeigen Nähe, suchen Trost und reagieren sensibel auf Ausgrenzung. Viele erkennen in Punch Verhaltensweisen, die sie selbst kennen – das Gefühl, nicht dazuzugehören, und Schutz bei Vertrautem zu suchen.
Die Welttierschutzgesellschaft warnt allerdings davor, den kleinen Affen „retten“ zu wollen. In sozialen Netzwerken entsteht aus Mitgefühl zunehmend der Wunsch, Punch zu adoptieren oder herauszuholen. Das wäre jedoch das Schlimmste für ihn. Er braucht seine Artgenossen, nicht ein Wohnzimmer.
Auch die Euronews-Berichterstattung ordnet ein: Punch ist für viele zum Symbol für Resilienz, Hoffnung und die universelle Wahrheit geworden, dass jeder Liebe verdient.
Was kommt als Nächstes für Punch?
Die Zeichen stehen gut. Pfleger Miyakoshi sagt: „Er geht aktiv auf andere Affen zu. Man spürt, wie er erwachsen wird.“ Und sein Kollege Shikano ergänzt: „Selbst wenn er zurechtgewiesen wird, erholt er sich schnell. Er ist mental stark.“
Immer öfter kann Punch inzwischen auch mit seinen echten Artgenossen kuscheln. Das Kuscheltier wird er vermutlich irgendwann nicht mehr brauchen. Aber bis dahin drücken ihm Millionen Menschen auf der ganzen Welt die Daumen.
Eins ist sicher: Punch hat gezeigt, dass selbst der kleinste Affe die größten Gefühle auslösen kann. Und das Internet? Das schaut jeden Tag rein, ob es ihm gut geht. Zu Recht.

