Am Samstagabend ist es beim traditionsreichen White House Correspondents‘ Dinner in Washington zu einem bewaffneten Angriff gekommen. Schüsse auf Trump – zum wiederholten Mal gerät der US-Präsident ins Visier eines Angreifers. Donald Trump wurde von seinen Sicherheitsleuten von der Bühne gebracht, ebenso wie Vizepräsident JD Vance und mehrere Kabinettsmitglieder. Was genau passiert ist und wer hinter dem Angriff steckt, erfährst du hier.
Bewaffneter stürmt Sicherheitskontrolle im Washington Hilton
Bei dem Gala-Dinner der Hauptstadtpresse im Washington Hilton Hotel stürmte ein Mann durch eine Sicherheitsschleuse. Laut Polizei und FBI schoss der Verdächtige mit einer Schrotflinte auf einen Beamten des Secret Service. Der Tatverdächtige rannte auf einen Checkpoint der Sicherheitsbehörde zu, bewaffnet mit mehreren Waffen, und lieferte sich ein Feuergefecht mit den Einsatzkräften, bevor er überwältigt wurde.
Die Schüsse fielen gegen 20:36 Uhr Ortszeit – nach ZDF-Informationen außerhalb des eigentlichen Veranstaltungssaals, in der Lobby des Hotels. Im Ballsaal selbst brach sofort Panik aus. Schwer bewaffnete Sicherheitskräfte stürmten den Raum, Gäste warfen sich unter die Tische und suchten Deckung.
Trump, Melania und das Kabinett unverletzt
Die gute Nachricht zuerst: Präsident Trump und seine Frau Melania blieben unverletzt. Der Präsident, die First Lady und weitere Regierungsmitglieder wurden binnen Sekunden von der Bühne evakuiert. Auch JD Vance, FBI-Direktor Kash Patel und Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. waren unter den Anwesenden – alle kamen sicher raus.
Ein Mitarbeiter des Secret Service wurde aus kurzer Distanz getroffen, seine kugelsichere Weste rettete ihm aber das Leben. Trump bestätigte bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz im Weißen Haus, dass es dem Beamten den Umständen entsprechend gut gehe. Der angeschossene Agent wurde inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen.
Wer ist der Verdächtige?
Der Tatverdächtige wurde als Cole Tomas Allen identifiziert, 31 Jahre alt, wohnhaft im kalifornischen Torrance. Laut seinem LinkedIn-Profil studierte Allen am California Institute of Technology Maschinenbau und erwarb zuletzt einen Master in Informatik an der California State University. Ein Profil beschrieb ihn als Teilzeitlehrer bei einem Nachhilfeunternehmen.
Den Polizeiangaben zufolge war Allen den Behörden zuvor nicht bekannt. Möglicherweise war er Hotelgast im Washington Hilton – das wird derzeit noch ermittelt. Was sein Motiv war, bleibt vorerst unklar. Trump schloss auf Nachfrage eines Journalisten einen Zusammenhang mit dem Iran-Krieg aus.
Mehrere Waffen sichergestellt
Besonders erschreckend: Der 31-Jährige war nicht nur mit einer Schrotflinte bewaffnet. Die Polizei bestätigte, dass der Mann zusätzlich eine Handfeuerwaffe und mehrere Messer bei sich trug. Trump bezeichnete den Angreifer bei der Pressekonferenz als einen „Möchtegern-Mörder“ – der Polizeichef von Washington sprach von einem mutmaßlichen Einzeltäter.
Der Verdächtige überlebte, wurde festgenommen und wegen Verletzungen durch die Überwältigung in ein Krankenhaus gebracht. Trump postete auf seiner Plattform Truth Social sowohl ein Foto als auch Überwachungsvideo des Vorfalls.
Anklage schon am Montag
Die Justiz reagiert schnell. Die zuständige US-Staatsanwältin Jeanine Pirro kündigte an, dass Allen am Montag vor Gericht erscheinen wird – die Anklagepunkte lauten auf Schusswaffengebrauch bei einer Gewalttat und Angriff auf einen Bundesbeamten mit einer gefährlichen Waffe. Weitere Anklagepunkte könnten noch folgen, wie Acting Attorney General Todd Blanche bei der Pressekonferenz erklärte.
Dritter Angriff auf Trump in wenigen Jahren
Dieser Vorfall reiht sich in eine erschreckende Serie ein. Im Juli 2024 überlebte Trump einen Attentatsversuch bei einer Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania, bei dem er am Ohr verletzt wurde. Wenige Monate später versuchte ein Mann, Trump auf seinem Golfplatz in West Palm Beach zu erschießen. Jetzt also der nächste Angriff – diesmal mitten in der Hauptstadt, bei einer der bekanntesten Medienveranstaltungen des Landes.
Der Direktor des Secret Service hatte erst kürzlich vor dem Kongress gewarnt, dass die Bedrohungslage in den vergangenen Tagen massiv zugenommen habe und mehr Ressourcen nötig seien. Das macht den Vorfall politisch noch brisanter: Die Demokraten blockieren seit über 60 Tagen die Finanzierung des Heimatschutzministeriums – und damit auch die des Secret Service.
Reaktionen aus aller Welt
Staats- und Regierungschefs weltweit, darunter Indiens Premierminister Narendra Modi und Japans Premierministerin Sanae Takaichi, verurteilten den Angriff und zeigten sich erleichtert über Trumps Unversehrtheit. Auch aus der US-Politik kamen parteiübergreifend Verurteilungen – wie etwa die Washington Post berichtete.
Was jetzt passiert
Das Gala-Dinner wurde nach dem Vorfall abgebrochen und soll laut Trump innerhalb von 30 Tagen nachgeholt werden. Der Präsident machte am Abend deutlich, dass er sich nicht einschüchtern lassen wolle. Das Korrespondenten-Dinner sei eine Veranstaltung für die Pressefreiheit – und genau deshalb werde man es wiederholen.
Für Trump sind solche Situationen traurige Routine geworden. Drei bewaffnete Angriffe in weniger als zwei Jahren – das gab es bei keinem US-Präsidenten der jüngeren Geschichte. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, weitere Details zum Motiv und Hintergrund des Täters werden in den kommenden Tagen erwartet. Eines steht jetzt schon fest: Dieser Samstagabend in Washington wird so schnell niemand vergessen.


