Wie funktioniert Staying Alive? Die Pro7-Show im Check

Elvis und Whitney scheinbar live auf der Bühne. Was steckt hinter Staying Alive?

Du fragst dich, wie funktioniert Staying Alive eigentlich? In der Show stehen Elvis Presley, Whitney Houston, Amy Winehouse und Freddie Mercury wieder auf einer Bühne. Klingt unmöglich? Ist es eigentlich auch. Pro7 macht ein riesiges Geheimnis daraus, wie der Trick funktioniert. Wir haben uns die Show genau angeschaut und liefern dir alle Hintergründe zur Technik, den Stars und der Kritik.

Das Konzept der Pro7-Show in 30 Sekunden

Vier lebende Popstars treten in Duetten gegen vier verstorbene Legenden an. Wer am Ende das beste Duett liefert, entscheidet das Studiopublikum.

  • Samu Haber + Freddie Mercury performen „Fairytale Gone Bad“
  • No Angels + Elvis Presley singen „Daylight in Your Eyes“
  • Sasha + Amy Winehouse stimmen „I Feel Lonely“ an
  • Alvaro Soler + Whitney Houston interpretieren „Sofía“ neu

Moderiert wird das Format von Thore Schölermann, den du noch von „The Voice“ kennst. Aufgezeichnet wurde die ganze Sache übrigens schon im Oktober 2025 in den MMC Studios Köln. Es ist also keine Live-Show, was später noch wichtig wird.

Hologramm, Double oder doch nur KI?

Pro7 spricht offiziell nur von „modernster Technik“ und schweigt zu allem anderen. Schölermann fordert das Publikum sogar aktiv auf, gar nicht erst über die Technik nachzudenken. Klassische Hologramme sind es jedenfalls nicht. Die Branchen-Insider von DWDL haben in ihrer Vorabkritik den passenden Begriff geliefert. Sie nennen das Verfahren ganz klar Deepfake. Joyn und Prisma sprechen offiziell von „KI-Avataren“. Das passt zusammen.

So funktioniert Staying Alive auf Pro7 wirklich

Die wahrscheinlichste Lösung ist ein Hybrid-System. Auf der Bühne steht eine echte Person als Double mit Maske und Kostüm. Diese Person singt und bewegt sich vor dem Publikum, reagiert auf den lebenden Duettpartner. In der Postproduktion wird dann das Gesicht per Face-Swap gegen das des verstorbenen Originals getauscht.

Den entscheidenden Hinweis liefert die taz in ihrer Vorabbesprechung. Demnach hätte das Format „schon mit einer guten Maskenbildnerin funktioniert“. Die KI ist also eher die Sahne obendrauf, nicht der ganze Kuchen.

Wenn dir die Show heute Abend etwas zu sehr nach „verkleidetem Double“ aussieht, liegst du also nicht falsch. Genau das ist sie zum Großteil ja auch.

Die KI-Stimmen sind das eigentliche Wunder

Akustisch wird es richtig clever. Echte Sänger nehmen die Songs im Studio auf. Danach wird ihre Stimme per KI an das Klangbild von Elvis, Amy, Whitney oder Freddie angepasst. Das Endergebnis klingt wie das Original, ist aber technisch eine bearbeitete Aufnahme eines lebenden Sängers.

Warum dieser ganze Aufwand? Ganz einfach. Freddie Mercury ist 1991 gestorben, „Fairytale Gone Bad“ von Sunrise Avenue kam 2006 raus. Eine Originalaufnahme von Mercury für diesen Song existiert schlicht nicht. Ohne KI-Stimmsynthese läuft hier gar nichts.

Staying Alive: Ärger mit Fans und Kritikern

Nicht alle finden die Idee gut. Der Queen Fan Club Germany hatte ursprünglich Tickets für die Aufzeichnung der zweiten Folge. Nach Bekanntgabe des KI-Konzepts haben sie ihre Teilnahme zurückgezogen. In ihrem offiziellen Statement erklären sie, dass Inhalte ohne künstlerische Eigenleistung von Freddie selbst für sie keinen Wert haben.

Auch sonst ist die Resonanz gemischt. Die taz spricht von einem „zynischen Moralspagat“, andere Stimmen feiern die Innovation als Quantensprung. Ein Punkt bleibt offen. Welche Rechte ProSieben sich an den Stimmen und Bildern der verstorbenen Stars gesichert hat, kommuniziert der Sender bislang nicht öffentlich. Das wird vermutlich noch für Diskussionen sorgen.

Wer steckt hinter Staying Alive?

Produziert wird das Format von Endemol Shine Germany, der Firma hinter „Wer wird Millionär?“ und vielen weiteren TV-Klassikern. Geschäftsführer Fabian Tobias verkauft das Konzept als echte Innovation, die in dieser Form erst jetzt technisch umsetzbar sei. Bei guten Quoten ist eine internationale Auswertung geplant. ProSieben-Chef Hannes Hiller hat das Projekt persönlich rückendeckung gegeben, was in Zeiten des Sparkurses bei ProSiebenSat.1 alles andere als selbstverständlich ist.

Wann läuft Staying Alive auf Pro7?

Zwei Folgen sind produziert, beide laufen samstags um 20:15 Uhr. Streamen kannst du parallel und nach der Ausstrahlung in der Mediathek bei Joyn.

Eine dritte Folge gibt es nur, wenn die Quoten passen. Heißt im Klartext, wenn der deutsche Markt mitmacht, könnte Elvis demnächst auch im US-Fernsehen wieder auftauchen.

Häufige Fragen zu Staying Alive

Sind die verstorbenen Stars als Hologramme zu sehen?

Nein. Es handelt sich nicht um klassische Hologramm-Projektionen, sondern um KI-gestützte Avatare. Wahrscheinlich stehen physische Doubles auf der Bühne, deren Gesicht per Deepfake gegen das des Originals getauscht wird.

Singen Elvis, Whitney, Freddie und Amy wirklich selbst?

Nein. Die Gesangspartien werden von lebenden Sängern eingesungen und per KI an die Stimmcharakteristik der Originale angepasst.

Wie funktionieren Songs, die nach dem Tod der Künstler erschienen sind?

Genau dafür ist die KI-Stimmsynthese da. Originalaufnahmen existieren nicht, also wird das Stück komplett neu von einem Double eingesungen und das Klangbild per KI angepasst.

Wo kann ich Staying Alive streamen?

Die Show läuft live auf Pro7 und parallel im Stream auf Joyn. Nach der Ausstrahlung ist sie in der Joyn-Mediathek abrufbar.

Wie lange dauert eine Folge von Staying Alive?

Eine Ausgabe läuft etwa drei Stunden. Beide Folgen starten um 20:15 Uhr auf Pro7.

Gibt es eine dritte Folge Staying Alive?

Aktuell sind nur zwei Folgen produziert. Eine Fortsetzung hängt von den Einschaltquoten ab.

Was bleibt von Staying Alive

„Staying Alive“ ist weniger Sci-Fi-Magie und mehr Hightech-Maskenbildnerei. Doubles stehen auf der Bühne, KI-Gesicht und KI-Stimme kommen aus der Postproduktion. Wenn du dir das beim Schauen klar machst, geht der Reiz vielleicht ein Stück weit verloren. Wenn du dich aber einlässt, ist es eine ziemlich außergewöhnliche Show, die das Genre Samstagabend-TV ordentlich umkrempelt.

Schau die erste Folge in der Joyn-Mediathek nach oder schalt zur zweiten Folge am 2. Mai ein und entscheide selbst, ob du es genial oder gruselig findest.

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