Wie viel Taschengeld ist eigentlich normal, und bekommst du vielleicht zu wenig? Genau das wollen die meisten wissen, wenn angeblich alle Freunde mehr kriegen. Für die Frage gibt es sogar eine offizielle Orientierung: die Taschengeldtabelle des Deutschen Jugendinstituts. Wie viel Taschengeld in welchem Alter üblich ist, was wöchentlich und was monatlich Sinn ergibt und wie du für mehr argumentierst, bekommst du hier kompakt.
Wie viel Taschengeld ist angemessen?
Eine feste Regel gibt es nicht, aber einen guten Richtwert. Das Deutsche Jugendinstitut gibt regelmäßig eine Empfehlung heraus, an der sich Eltern und Jugendämter orientieren, zuletzt 2024 angepasst.
Die Beträge sind dabei keine festen Zahlen, sondern Spannen, also zum Beispiel 30 bis 45 Euro im Monat für 14- bis 15-Jährige. Was am Ende rauskommt, hängt auch vom Budget der Familie ab und davon, was du selbst bezahlen musst.
Ab wann gibt es Taschengeld?

Das Deutsche Jugendinstitut empfiehlt, spätestens zum Schulstart anzufangen, also etwa ab sechs Jahren. Wer mag, kann schon mit vier oder fünf mit ein paar Cent pro Woche starten.
Der Grund: Sobald Kinder rechnen können, lernen sie mit eigenem Geld, Wünsche und Preise einzuschätzen. Wichtiger als die Höhe ist dabei die Regelmäßigkeit.
Taschengeldtabelle: so viel Taschengeld nach Alter
Diese Richtwerte empfiehlt das DJI je nach Alter. Bei den Jüngeren wird wöchentlich gezahlt, ab etwa zehn Jahren dann monatlich.
| Alter | Empfohlenes Taschengeld |
|---|---|
| 4 bis 5 Jahre | 0,50 bis 1 Euro pro Woche |
| 6 bis 7 Jahre | 1,50 bis 2 Euro pro Woche |
| 8 bis 9 Jahre | 2 bis 3 Euro pro Woche |
| 10 bis 11 Jahre | 15 bis 20 Euro pro Monat |
| 12 bis 13 Jahre | 20 bis 30 Euro pro Monat |
| 14 bis 15 Jahre | 30 bis 45 Euro pro Monat |
| 16 bis 17 Jahre | 45 bis 60 Euro pro Monat |
| ab 18 Jahre | 60 bis 80 Euro pro Monat |
Die Zahlen sind Richtwerte und werden bewusst als Spanne genannt. Die genaue Höhe hängt von Alter, Reife und der Situation der Familie ab.
Wie viel Taschengeld mit 14?

Beim Taschengeld mit 14 Jahren liegt die Empfehlung bei rund 30 bis 45 Euro im Monat, das ist die mit Abstand am häufigsten gesuchte Altersstufe. Ab 14 ergibt außerdem ein sogenanntes Budgetgeld Sinn.
Das ist ein extra Betrag, der klar getrennt vom Taschengeld für feste Ausgaben wie Kleidung gedacht ist. So lernst du, größere Posten selbst einzuteilen, ohne dass dein Taschengeld dafür komplett draufgeht.
Wöchentlich oder monatlich auszahlen?
Bei kleinen Kindern bewährt sich die wöchentliche Auszahlung, weil ein ganzer Monat schwer zu überblicken ist. Ab etwa zehn Jahren wird meist auf monatlich umgestellt.
Der Gedanke dahinter: Wer einen ganzen Monat mit einer Summe auskommen muss, lernt fast automatisch zu planen. Wichtig ist, dass das Geld pünktlich und ohne langes Diskutieren kommt, sonst verliert es seinen Lerneffekt.
Gibt es ein Recht auf Taschengeld?
Klare Antwort: nein. Ein gesetzliches Anrecht auf Taschengeld gibt es nicht, die Tabelle ist eine Empfehlung und keine Vorschrift.
Was dir das Gesetz aber zugesteht: Über das Geld, das du bekommst, darfst du selbst bestimmen. Der sogenannte Taschengeldparagraph erlaubt dir, kleinere Dinge ohne Rückfrage zu kaufen. Wo sonst noch deine Eltern mitreden, liest du im Überblick dazu, was man mit 16 darf.
Tipps für mehr Taschengeld

Du findest, es dürfte ruhig etwas mehr sein? Mit den richtigen Argumenten stehen deine Chancen deutlich besser.
- Nutze die Taschengeldtabelle als sachliche Grundlage statt „alle anderen kriegen mehr“
- Zeig, dass du dein Geld gut einteilst und nicht sofort alles ausgibst
- Biete an, regelmäßig kleine Aufgaben zu übernehmen
- Schlag ein getrenntes Budgetgeld für Kleidung oder Handy vor
- Bleib ruhig und konkret, Dauerquengeln bringt das Gegenteil
Wie viel Taschengeld am Ende fair ist, bleibt Verhandlungssache zwischen dir und deinen Eltern. Die Tabelle gibt dir dafür eine sachliche Grundlage. Und je verantwortungsvoller du mit dem Geld umgehst, desto leichter fällt das Gespräch beim nächsten Mal.

