Die Oscars Nominierungen 2026 sind raus und sorgen für ordentlich Wirbel. Am häufigsten berücksichtigt wurde der Horrorfilm Blood & Sinners von Ryan Coogler, der in ganzen 16 Kategorien Chancen auf eine Trophäe hat. Das gab’s noch nie. Bisher hielten „Alles über Eva“, „Titanic“ und „La La Land“ mit jeweils 14 Nominierungen den Spitzenwert – jetzt hat ein Vampirfilm alle drei in den Schatten gestellt. Und der Abend der 98. Academy Awards wird heute Nacht richtig spannend.
Blood & Sinners – der Rekordbrecher der Oscars 2026
Ryan Coogler, den die meisten als Regisseur von „Black Panther“ kennen, hat mit seinem Übernatürlichen-Thriller etwas geschafft, wovon Filmemacher seit Jahrzehnten träumen. Für Michael B. Jordan ist es die erste Oscar-Nominierung überhaupt – im Film spielt er in einer Doppelrolle ein Zwillingspaar. Neben „Bester Film“ ist der Streifen unter anderem in den Kategorien Regie, Hauptdarsteller, Nebendarsteller und Drehbuch vertreten.
Was Blood & Sinners so besonders macht: Ryan Coogler wurde nicht nur für die Regie nominiert, sondern auch fürs Drehbuch – und seine beiden Stars Michael B. Jordan und Wunmi Mosaku erhielten jeweils Schauspiel-Nominierungen. Das zeigt, wie breit die Academy den Film wahrgenommen hat.
„One Battle After Another“ – der härteste Konkurrent
Dicht auf den Fersen ist Paul Thomas Andersons schwarzhumoriger Politthriller „One Battle After Another“. Der Actionfilm erhielt 13 Nominierungen und hatte die bisherige Filmpreissaison dominiert. Mit Leonardo DiCaprio und Sean Penn in den Hauptrollen hat der Film ein echtes Schwergewicht-Ensemble. Sean Penn gewann bereits den BAFTA und die Actor Awards – und das, obwohl er sich geweigert hat, aktiv Wahlkampf für den Oscar zu betreiben.
Laut der offiziellen Oscar-Website treten in der Kategorie „Bester Film“ insgesamt zehn Produktionen gegeneinander an.
Die komplette Top-Liga: Alle Best-Picture-Nominierten
Für den „Besten Film“ sind nominiert: Bugonia, F1, Frankenstein, Hamnet, Marty Supreme, One Battle After Another, The Secret Agent, Sentimental Value, Sinners und Train Dreams.
Hier die Übersicht nach Anzahl der Nominierungen:
- Blood & Sinners – 16 Nominierungen (neuer Rekord!)
- One Battle After Another – 13 Nominierungen
- Frankenstein – 9 Nominierungen
- Marty Supreme – 9 Nominierungen
- Sentimental Value – 9 Nominierungen
- Hamnet – 8 Nominierungen
In „Marty Supreme“ schlüpft Timothée Chalamet in die Rolle eines ehrgeizigen Tischtennisspielers der 1950er Jahre, während Guillermo del Toros „Frankenstein“ neun Nominierungen kassierte – auch wenn del Toro selbst überraschenderweise keine Regie-Nominierung bekam. „Sentimental Value“ von Joachim Trier erreichte ebenfalls neun Nennungen und ist damit der meistnominierte norwegische Film aller Zeiten.
Oscar-Nominierungen: Die Schauspiel-Kategorien im Überblick
Bester Hauptdarsteller
Nominiert sind Timothée Chalamet für „Marty Supreme“, Leonardo DiCaprio für „One Battle After Another“, Ethan Hawke für „Blue Moon“, Michael B. Jordan für „Blood & Sinners“ und Wagner Moura für „The Secret Agent“.
Chalamet gewann zwar den Golden Globe, aber ein abfälliger Kommentar über Ballett und Oper brachte ihm kürzlich heftige Kritik ein. Er ist gleichzeitig der jüngste Mann, der jemals drei Nominierungen als bester Hauptdarsteller erhalten hat.
Beste Hauptdarstellerin
In der Kategorie Beste Hauptdarstellerin konkurrieren Jessie Buckley für „Hamnet“, Rose Byrne für „If I Had Legs I’d Kick You“, Kate Hudson für „Song Sung Blue“, Renate Reinsve für „Sentimental Value“ und Emma Stone für „Bugonia“.
Jessie Buckley gilt hier als klare Favoritin. Kate Hudson erhielt ihre zweite Oscar-Nominierung – satte 26 Jahre nach ihrem legendären Auftritt in „Almost Famous“. Und für Emma Stone ist es bereits die siebte Oscar-Nominierung insgesamt – zweimal hat sie die Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin schon gewonnen.
Beste Nebenrollen
Bei den Nebendarstellern mischt sich einiges: Nominiert sind Benicio del Toro und Sean Penn für „One Battle After Another“, Jacob Elordi für „Frankenstein“, Delroy Lindo für „Blood & Sinners“ sowie Stellan Skarsgård für „Sentimental Value“.
Bei den Nebendarstellerinnen kämpfen Teyana Taylor für „One Battle After Another“, Inga Ibsdotter Lilleaas und Elle Fanning für „Sentimental Value“, Wunmi Mosaku für „Blood & Sinners“ sowie Amy Madigan für „Weapons“ um den Goldjungen.
Beste Regie: Ein enges Rennen
In der Regie-Kategorie stehen Paul Thomas Anderson für „One Battle After Another“, Ryan Coogler für „Blood & Sinners“, Josh Safdie für „Marty Supreme“, Joachim Trier für „Sentimental Value“ und Chloé Zhao für „Hamnet“ auf der Liste. Zhao ist erst die zweite Frau, die mehrfach in dieser Kategorie nominiert wurde – und laut Wettquoten hat Anderson als Regie-Favorit die Nase vorn.
Die größten Snubs der Oscar-Nominierungen 2026
Jede Verleihung hat ihre Schattenseiten – und dieses Jahr trifft es vor allem „Wicked: For Good“ hart. Der zweite Teil von Jon M. Chus Musical-Verfilmung ging komplett leer aus, obwohl der erste „Wicked“-Film im Vorjahr noch zehn Nominierungen erhalten hatte. Laut The Hollywood Reporter war das eine der größten Überraschungen des Nominierungsmorgens.
Auch Chase Infiniti, die in „One Battle After Another“ ihr Filmdebüt gab und zuvor Nominierungen bei den Golden Globes, Critics‘ Choice Awards und BAFTAs erhielt, ging bei den Oscars leer aus. Und Paul Mescal wurde trotz starker Leistung in „Hamnet“ nicht als bester Nebendarsteller berücksichtigt.
Was bei den Oscars 2026 außerdem neu ist
Neben den Nominierungen selbst gibt es einige Neuerungen, die du kennen solltest:
- Eine brandneue Kategorie für „Bestes Casting“ wurde eingeführt – das gab’s seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr.
- Academy-Mitglieder müssen ab jetzt alle nominierten Filme gesehen haben, um an der finalen Abstimmung teilnehmen zu dürfen.
- Conan O’Brien moderiert die Show zum zweiten Mal in Folge, nachdem seine Premiere 2025 die höchsten Zuschauerzahlen der vergangenen fünf Jahre erreichte.
In Deutschland läuft die Übertragung der Oscars live bei ProSieben und im Stream bei Disney+. Die Show startet in der Nacht auf Montag um 1 Uhr deutscher Zeit.
Wer gewinnt die Oscars 2026?
Das Rennen um die Oscar-Trophäen ist dieses Jahr besonders unberechenbar. „Blood & Sinners“ hat die meisten Nominierungen, aber „One Battle After Another“ hat die bisherige Award Season klar dominiert. Die Schauspieler-Kategorien könnten ebenfalls für Überraschungen sorgen – vor allem wenn Jessie Buckley den Goldjungen mitnimmt und Michael B. Jordan seinen ersten Oscar feiert.
Eins steht fest: Die 98. Oscarverleihung wird eine Nacht voller Dramatik, Emotionen und vermutlich auch der ein oder anderen Träne. Schnapp dir Popcorn und Snacks – es wird wild.

