Montag, 9. März 2026

Nick Romeo Reimann: Mobbing am „Wilde Kerle“-Set!

Nick Romeo Reimanns Mobbing-Vorwürfe erschüttern – so reagiert Jimi Blue Ochsenknecht darauf.

Nick Romeo Reimann hat in einer neuen ARD-Doku offen über seine Erfahrungen am Set von „Die Wilden Kerle“ gesprochen – und was er erzählt, hat es in sich. Der Schauspieler berichtet von Kälte, Ausgrenzung und Mobbing durch seine damaligen Kollegen. Jimi Blue Ochsenknecht, Hauptdarsteller der Filmreihe, reagiert in derselben Doku auf die Vorwürfe. Das Ganze sorgt gerade für ordentlich Gesprächsstoff.

Von der Fanliebe zum Filmset – und dann die Ernüchterung

Als Nick Romeo Reimann das erste Mal „Wilde Kerle“ auf einem Kindergeburtstag sah, war es um ihn geschehen. Er war riesiger Fan der Reihe und wollte unbedingt dazugehören. 2006, mit gerade mal acht Jahren, verkörperte er ab dem dritten Teil der Filmreihe die Rolle „Nerv“.

Die Arbeit am Set und das drumherum beschreibt Reimann zunächst positiv. „Die Arbeit mit Erwachsenen war für mich als Kind toll“, genoss er die Arbeit am Set – und das „High Life“ daneben. „Wir wurden überall hofiert.“

Doch dann kam die bittere Realität.

Nick Romeo Reimann erlebte „unglaubliche Kälte“ am Set

Da die meisten anderen Darsteller bereits seit dem ersten Teil dabei waren, fiel es ihm schwer, in die bestehende Gruppendynamik zu finden. Vor der Kamera war alles harmonisch – dahinter sah es ganz anders aus.

„Ich habe nicht wirklich zur Bande dazugehört“, denkt er an die „unglaubliche Kälte“ und das „eher ablehnende Verhalten“ am Set zurück. Dass dieselben Jungs vor der Kamera plötzlich auf Kommando nett gewesen seien, sei „ein bisschen ein sadistischer Moment für ein Kind“ gewesen.

Für ein Kind, das sich nichts sehnlicher wünschte, als Teil der Gruppe zu sein, muss das extrem belastend gewesen sein.

Beleidigungen und Ausgrenzung: Was Nick konkret erlebte

Die Schilderungen gehen ins Detail. Auf den Pressetouren sei ihm von seinen jungen Kollegen „verboten worden, zu reden“ und er sei mit Beleidigungen konfrontiert gewesen.

Eine Situation hat sich besonders eingebrannt. Reimann berichtet in der Doku, wie er bei einem gemeinsamen Essen an einer Gruppendiskussion teilnehmen wollte und dafür massiv beleidigt wurde. „Ich kann nicht nachvollziehen, warum man so hasserfüllt auf mich reagiert hat“, so Reimann heute.

Auch im Tourbus gab es klare Grenzen: Ein bestimmter Bereich war für ihn tabu. Die Dokumentation zeigt dazu ein selbstgedrehtes Video des damals jungen Nick. Als er den Bereich filmt, in dem die älteren Darsteller sitzen, entgegnet ihm Jimi Blue Ochsenknecht nur ein hartes „Verpiss dich“. Harter Tobak, wenn man bedenkt, dass Nick damals noch ein kleines Kind war.

Jimi Blue Ochsenknecht reagiert auf die Mobbing-Vorwürfe

Spannend wird es, als Ochsenknecht selbst in der ARD-Doku „Kinderschauspieler – Preis des Erfolgs“ zu Wort kommt. Er stellt sich den Vorwürfen – und gibt sich einsichtig.

„Ich distanziere mich da komplett und ich stehe auch dafür ein, dass man nicht mobben sollte“, betont der Hauptdarsteller der Filmreihe. Auf sein jüngeres Ich blickt er dabei durchaus kritisch.

„Ich fand mich extrem cool“, schätzt er sein damaliges Ego hoch ein. Gleichzeitig stellt Ochsenknecht heraus, dass es „immer ungesund“ sei, so früh berühmt zu werden.

Und dann kommt der Satz, der aufhorchen lässt: „Mir tut es auf jeden Fall leid und ich kann jetzt erst nachvollziehen, wie es bei ihm vielleicht ankam“, räumte er Fehler gegenüber Reimann ein. „Ich habe Sachen gesagt, die nicht hätten sein sollen.“

„Fluch und Segen zugleich“ – wie die Erfahrung sein Leben prägte

Dass das Thema Mobbing am „Wilde Kerle“-Set Nick Romeo Reimann bis heute beschäftigt, wird in der Doku deutlich. Reimann blickt auf seine Zeit bei den „Wilden Kerlen“ als „Fluch und Segen zugleich“ zurück.

Trotz allem hat Reimann nicht aufgegeben. Schauspieler ist Reimann heute immer noch. Als ständiges Mitglied spielt er am Wiener Volkstheater. 2026 startet nach langem auch wieder ein Kinofilm mit ihm. Allerdings war der Weg dorthin steinig: Zwar spielt er mittlerweile an einem renommierten Theater, aber seine Filmkarriere schien vorbei zu sein – 65 Castings hatte er seit 2019, 65 Mal erhielt er eine Absage.

Was die Doku über Kinderstars in Deutschland zeigt

Die NDR-Dokumentation „Kinderschauspieler – Der Preis des Erfolgs“ ist seit dem 27. Februar 2026 in der ARD-Mediathek abrufbar. Sie blickt gemeinsam mit Nick Romeo Reimann, Luna Jordan und Constantin von Jascheroff hinter die Kulissen des Kinder- und Jugendschauspiels.

Das Ergebnis ist ein ehrlicher Blick auf die Schattenseiten des frühen Ruhms. Neben den Mobbing-Erfahrungen am Filmset geht es auch um Leistungsdruck, fehlende Schutzstrukturen und die Frage, was nach dem großen Erfolg kommt. Die vielleicht erfolgreichste Zeit ihres Lebens hat bei den ehemaligen Kinderschauspielern auch Narben hinterlassen – Spaß und Erfolg auf der einen Seite, Mobbing und Leistungsdruck auf der anderen.

Darum ist das Thema so wichtig

Was Nick Romeo Reimann schildert, ist leider kein Einzelfall. Die NDR-Doku zeigt, dass diese Probleme kein Einzelfall sind, sondern strukturelle Ursachen haben. Gerade wenn Kinder früh in eine Branche kommen, in der Status und Hierarchien eine große Rolle spielen, können toxische Dynamiken entstehen.

Dass Jimi Blue Ochsenknecht sich den Vorwürfen stellt und Verantwortung übernimmt, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Gleichzeitig macht die ganze Geschichte deutlich: Es braucht bessere Strukturen, um Kinder am Set zu schützen. Denn egal wie glamourös die Filmwelt von außen wirkt – hinter den Kulissen kann es für junge Darsteller verdammt hart zugehen.

Die komplette Doku kannst du dir jetzt in der ARD-Mediathek anschauen.

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